Kommentar zum Raketenstart Zwischen Genie und Wahnsinn

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Der US-Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk hat mit großem Tamtam seine Trägerrakete Falcon Heavy gestartet – ein weiterer Beleg dafür, dass man mit unkonventionellen Methoden oft besser ans Ziel kommt, meint Wissenschaftsredakteur Werner Ludwig.

Elon Musks feuerrotes Spielmobil schwebt vor dem blauen Planeten Erde. Foto: SpaceX/AP
Elon Musks feuerrotes Spielmobil schwebt vor dem blauen Planeten Erde. Foto: SpaceX/AP

Cape Canaveral - Elon Musk hat es wieder einmal geschafft – und sogar die Nasa zückt ehrfürchtig den Hut. Der gelungene Jungfernflug von Musks Superrakete Falcon Heavy zeigt, dass man auch als Branchenneuling weit kommen kann, wenn unkonventionelle Ideen, Entschlossenheit und genügend Geld zusammenkommen. Das hat der exzentrische US-Milliardär schon mit der Gründung des Elektroautobauers Tesla bewiesen: Einfach ein paar Tausend Laptop-Akkus zusammengepackt – und fertig war die langstreckentaugliche Batterie, die auch so manchem etablierten Konkurrenten das Fürchten lehrte.

Doch damit ist Musks Vorrat an verrückten Ideen längst nicht aufgebraucht. Ein weiteres Beispiel ist die Hochgeschwindigkeitsrohrpost Hyperloop, durch die Menschen in Rekordzeit von A nach B reisen sollen. Als wenig realistisch beurteilen Experten auch Musks Traum von einer baldigen Besiedelung des Mars durch den Menschen. Doch selbst wenn dieses Ziel in absehbarer Zeit nicht erreicht wird, könnte der Weg dorthin die Raumfahrttechnik weiter bringen – etwa durch den stärkeren Einsatz wiederverwertbarer Teile, die die verheerende Ökobilanz zumindest ein bisschen aufbessern könnten. Vielleicht fällt dem PR-Genie aus dem Silicon Valley ja auch eine unkonventionelle Lösung für das wachsende Müllproblem im All ein.