Kommentar zum S-Bahn-Verkehr in Stuttgart Beim Unwetter versagt die Kommunikation der Bahn

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Für den heftigen Regen, der am Montag einen Tunnel zwischen Vaihingen und Böblingen überflutet hat, konnte die Bahn nichts. Für die mangelhafte Information der Kunden hingegen schon, meint der StZ-Autor Wolfgang Schulz-Braunschmidt.

  Foto: Achim Zweygarth
  Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Für den heftigen Regen, der am Montag einen Tunnel zwischen Vaihingen und Böblingen überflutet hat, konnte die Bahn nichts. Bei höherer Gewalt, also Unwettern und anderen Naturkatastrophen, zeigen in der Regel auch die Fahrgäste viel Verständnis für Zugausfälle und Verspätungen. Die Bahn hätte am Montag bei der Kundschaft punkten können – mit richtigen, raschen und vor allem richtungsweisenden Informationen auf den Bahnsteigen in Böblingen und in Vaihingen. Doch stattdessen hat der Schienenkonzern einmal mehr eindrucksvoll seine höhere Unfähigkeit bei der Kommunikation mit den Kunden bewiesen.

Diese sind in der Region Stuttgart inzwischen leidgeprüft. Denn sie müssen nicht nur mit zahlreichen Störfällen und Verspätungen im S-Bahn-Netz leben, die meist nicht durch höhere Gewalt verursacht werden. Die Fahrgäste müssen stets auch noch das sich daran anschließende Informationschaos der Bahn ertragen. Da wird Betroffenen etwa mitgeteilt, dass eine S-Bahn zwei Minuten Verspätung hat. Wenig später melden die Lautsprecher fünf Minuten Verspätung. Irgendwann wird dann der komplette Ausfall kundgetan – oder nicht.

Die Bahn kommentiert ihr Versagen seit Jahren mit nichtssagenden Floskeln. Stets werden die Versäumnisse analysiert, immer wird eingeräumt, dass die Kommunikation verbessert werden müsse – doch es passiert rein gar nichts. Dabei ist es höchste Eisenbahn, dass die Konzernspitze endlich ihren bahninternen Schwergang beseitigt.




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