Der tödliche Anschlag auf eine Polizistenfamilie entlarvt das französische Sicherheitsversprechen. Frankreichs Sicherheitskräften und auch der französischen Gesellschaft werde schmerzlich die eigene Ohnmacht vor Augen geführt, kommentiert Axel Veiel

Paris - Frankreichs Sicherheitskräften, ja der französischen Gesellschaft, wird schmerzlich die eigene Ohnmacht vor Augen geführt: Ein wegen der Anwerbung von Dschihadisten zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilter, nach der Entlassung aus der Haft von den Sicherheitskräften überwachter Islamist hat nun erneut blutig zugeschlagen. Opfer sind just diejenigen, die verhindern sollten, dass er wieder zu Tat schreitet: die Sicherheitskräfte. Ein Polizist und dessen Frau wurden von dem Mann erstochen. Nicht auf offener Straße, sondern dort, wo sie sich sicher glaubten. Vor der eigenen Haustür, in der eigenen Wohnung.

Was ist schiefgelaufen

Was bei der Überwachung des Täters schiefgelaufen ist, welche Konsequenzen daraus zu ziehen ist, wird sich wohl erst im Lauf der nächsten Tage zeigen. Fest steht schon jetzt, dass es der potenziellen Attentäter zu viele sind, als dass sie alle rund um die Uhr überwacht werden könnten. In Zeiten, da die Fußball-EM und Arbeitskämpfe einen Gutteil der Sicherheitskräfte in Atem halten, gilt das erst Recht. Frankreichs Premier Manuel Valls hat dazu aufgerufen, nicht in Angst zu verfallen. Doch er selbst hat ihr erschreckend wenig entgegenzusetzen.