Das Stuttgarter Tierheim erhält im nächsten Jahr von der Stadt 454.000 Euro. Mit der Einigung können beide Seite nach einer anfangs verfahrenen Situation ihr Gesicht wahren, meint StZ-Redakteur Wolfgang Schulz-Braunschmidt.

Stuttgart - Die Kuh ist vom Eis: Im Streit zwischen der Stadt und dem Tierschutzverein hat zum richtigen Zeitpunkt die Vernunft gesiegt. Für das frostige Klima im Streit um einen höheren städtischen Zuschuss waren zuvor allerdings beide Seiten verantwortlich. Zunächst schockte der Tierschutzverein die Rathausspitze mit seiner überraschenden Zuschussforderung – 500 000 statt 200 000 Euro. Dann wurde Ordnungsbürgermeister Martin Schairer mit einem etwas höheren Angebot von 283 000 Euro nach Botnang gesandt. Diese Offerte lehnte der Tierschutzverein aus nachvollziehbaren Gründen, aber wenig diplomatisch als „lächerlich“ ab – und drohte mit der Schließung. Die Stadt konterte mit unüberlegten Gedankenspielen über ein städtisches Tierheim, das die Stadtkasse allerdings erheblich teurer gekommen wäre.

Mit der nun erreichten Einigung ist gerade noch rechtzeitig ein vernünftiger Kompromiss im Streit über zu viel oder zu wenig Tierliebe gefunden worden. Die Stadt wahrt ihr Gesicht, weil sie dem Verlangen des Vereins nicht hundertprozentig nachgegeben hat. Und die Tierschützer sind ebenfalls zufrieden, weil sie vom Rathaus fast die Summe erhalten, die sie verlangt haben. Das Beste an dem Vertrag aber ist, dass er mit der vereinbarten „Kopfpauschale“ eine nachhaltige Berechnungsgrundlage für die Betreuung bietet.

Für die Tierliebe in der Stadt sind nach wie vor die Bürger zuständig. In Botnang gibt es viele Heimbewohner, die diese Zuwendung gern erfahren möchten.

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