Kommentar zum tödlichen Elefanten-Angriff Diskussion über Tierhaltung wird neu entfacht

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Nach der tödlichen Elefanten-Attacke gibt es durchaus Anlass für grundsätzliche Überlegungen zur Tierhaltung in Zirkussen, meint der StZ-Redakteur Klaus Zintz.

Die Aufnahme zeigt den Zirkuselefanten Benjamin im Jahr 2011, der in Buchen  einen Menschen getötet hat. Foto: Peta/dpa
Die Aufnahme zeigt den Zirkuselefanten Benjamin im Jahr 2011, der in Buchen einen Menschen getötet hat. Foto: Peta/dpa

Stuttgart - Es ist schlimm, wenn ein Mensch durch ein Tier verletzt oder getötet wird. Doch es kommt leider immer wieder vor, dass ein Wildschwein, eine Kuh oder ein Hund einen Menschen angreift. Solche Attacken können tödlich enden, und sei es durch eine Blutvergiftung nach einem Hundebiss. Wenn nun aber, wie im Odenwald geschehen, hierzulande ein Mensch durch die Attacke eines Elefanten stirbt, dann wird dieser tragische Unfall zur Sensation und zum Anlass für grundsätzliche Überlegungen: Dürfen Wildtiere im Zirkus vorgeführt werden? Sind deshalb nun alle rund 50 Elefanten, die in Deutschland in der Manege aktiv sind, „tickende Zeitbomben“, wie es die Tierschutzorganisation Peta behauptet? Und daher nun mit neuem Elan fordert, dass Elefanten und andere Zirkustiere umgehend abgeschafft werden müssen.

Noch sind die Hintergründe des Falls nicht bekannt, sodass es für eine abschließende Beurteilung zu früh ist. Wie der Elefant aus seinem Gehege gekommen ist, ist ebenso ungeklärt wie die Frage, warum er den Mann angegriffen hat. Auch die Rolle der Behörden bei der Bewertung früherer Vorfälle ist zu klären – sie erscheint nun möglicherweise in einem anderen Licht. Doch unabhängig von den Ergebnissen ist sicher, dass durch diesen Vorfall die Diskussion um die Haltung und Präsentation exotischer Tiere im Zirkus neue Nahrung erhalten hat. Und da stellt sich tatsächlich die Frage, ob die Freude an Sensationen, von der ein Zirkus nun einmal auch lebt, unbedingt auf Kunststücke mit Elefanten oder Tigern angewiesen ist.