Yahoo kauft den Blogdienst Tumblr. Dies ist ein riskanter, aber nachvollziehbarer Schritt von Yahoo-Chefin Marissa Mayer, meint StZ-Redakteur Knut Krohn. Die Nutzer dürften auf Eingriffe der neuen Herren empfindlich reagieren.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)

Stuttgart - Alles bleibt, wie es ist! So kommuniziert das Internetunternehmen Yahoo den Kauf des Blogdienstes Tumblr: derselbe Chef, dieselbe Mannschaft, dieselben Ideen. Das coole Image von Tumblr soll durch den Milliardendeal auf keinen Fall beschädigt werden. Ob das tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten. Die Nutzer dürften auf Eingriffe der neuen Herren im Haus empfindlich reagieren.

Marissa Mayer, Chefin von Yahoo, tritt mit diesem Schritt die Flucht nach vorne an. Es ist das bisher größte Geschäft der früheren Google-Managerin in ihrer Zeit als Yahoo-Chefin. Allerdings erscheint der Kauf auch konsequent. Seit Jahren kämpft das etablierte Unternehmen mit rückgängigen Werbeerlösen und hat bei den jungen Nutzern ein massives Problem – ganz im Gegensatz zu der angesagten Microbloging-Plattform. Mit der Übernahme von Tumblr versucht Yahoo, die Versäumnisse der Vergangenheit mit einem Schlag wettzumachen. Allerdings sind die Probleme von Tumblr nun auch die Probleme von Yahoo. Der Blogdienst kämpft immer wieder mit Verstößen gegen das Urheberrecht, zudem sind viele Videos und Bilder pornografischen Inhalts zu finden. Yahoo wird versuchen müssen, das unter Kontrolle zu bekommen. Damit beginnt dann aber die Einschränkung jener Freiheit, die die Nutzer von Tumblr so hoch schätzen.

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