Zwei Punkte nach fünf Saisonspielen – bei dieser mageren Ausbeute des VfB Stuttgart stellt sich im aufgeregten Bundesligageschäft knallhart die Frage, ob der Trainer weg muss.

Sport: Dominik Ignée (doi)

Stuttgart - Das Bundesligageschäft kennt keine Gnade. Der missratene Saisonstart des VfB Stuttgart ist spätestens seit der 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig perfekt. Zwei Punkte aus fünf Spielen, da wird in der Hire-and-Fire-Branche zwangsläufig an die üblichen Reflexe gedacht und im Hinblick auf den VfB bereits munter spekuliert, wer der Nachfolger von Trainer Tayfun Korkut wird.

Auch Domenico Tedesco ist hat Probleme, der seinerseits beim FC Schalke noch überhaupt keinen Punkt gewonnen hat. Tedesco und Korkut sind aber gute Trainer – alle beide. Und sie sind nicht die ersten, die einen schwachen Start in die Bundesligasaison erwischt haben. Irgendein Team muss immer unten stehen. Das Schalke und der VfB nicht zu den üblichen Verdächtigen gehören, ist auch klar. Aber noch ist nichts verloren. Die Saison ist noch jung. Wahrscheinlich bekommt Tedesco im aufgeregten Gelsenkirchen bei einer weiteren Niederlage tatsächlich ein dickes Problem. Aber auch Korkut, sollte der VfB am Samstag auch daheim gegen Werder Bremen verlieren?

Dummerweise hat Werder einen Lauf

Ausgeschlossen ist das nicht – denn die Norddeutschen haben zurzeit einen Lauf. Trotzdem: Abgestiegen wäre der VfB auch dann noch nicht. Natürlich ist die Werder-Partie ein Schicksalsspiel für den Trainer mit türkischen Wurzeln, und es ist gut möglich, dass er seine Sachen packen darf nach einer weiteren Niederlage. Das aber wäre nicht unbedingt nötig. Tayfun Korkut, der in der vergangenen Saison auf eine ausgezeichnete Rückrunde zurückblicken kann, braucht eben noch ein paar Wochen, um seine Truppe zu einer eingeschworen Mannschaft zu machen. Die Zeit sollte man ihm geben. Zumal der VfB sich vorgenommen hat, sich in Ruhe und mit Weitblick etwas Neues aufzubauen.

Ein neuer Trainer würde zunächst wohl Punkte bringen, weil neue Besen oft gut kehren. Doch da wäre der VfB – wie schon oft in den vergangenen Jahren – wieder in die alten Reflexe verfallen und hätte für Unruhe gesorgt, die man eigentlich loswerden wollte. Tayfun Korkut hat seine Chance verdient – über das Bremen-Spiel hinaus. Doch irgendwann sollte er Punkte sammeln, sonst wird es eng.