Kommentar zur Bädersanierung Investitionsstau

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Die Modernisierung der Stuttgarter Bäder erfordert in den nächsten Jahren hohe Summen, denn die Liste ist lang. 

 Foto: Zweygarth
Foto: Zweygarth

Stuttgart - Am Freitag hatten die Verantwortlichen des städtischen Bäderbetriebs mal wieder Grund zum Feiern. Die Sanierung des Mineralbads in Bad Cannstatt ist abgeschlossen, ein großer Brocken auf dem steinigen Weg der Erneuerung des Bäderstandorts Stuttgart ist beiseite geräumt.

Doch nach dem kurzen Innehalten steht schon die nächste Durststrecke bevor. Jetzt ist das Leuze an der Reihe, Anfang Mai wird dort die Warmbadehalle für ein Jahr wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Dieser notwendige Schritt wird den Bäderbetrieb und die vielen Badegäste besonders schmerzen. Wenn Stuttgarts erfolgreichstes Bad sein Herzstück zeitweise schließen muss, wird dies ein tiefes Loch in die Besucherstatistik reißen.

Das Bad Berg bleibt eine Herausforderung

Und das Leuze ist beileibe nicht die einzige Großbaustelle in der Bäderlandschaft an Neckar und Nesenbach. In den Haushaltsberatungen im Herbst müssen sich die Fraktionen entscheiden, ob sie mit dem Neubau eines Sportbades im Neckarpark gleich zwei Problemfälle - das marode Hallenbad in Bad Cannstatt und die Traglufthalle in Untertürkheim - beseitigen wollen. Auch wenn dafür erneut eine Millionensumme aufgebracht werden muss: es spricht vieles für diesen Schritt.

Aber die größte Herausforderung bleibt das Mineralbad Berg. Immerhin zeichnet sich jetzt ab, dass das geplante Hotel nebenan gebaut wird. Jetzt muss die Stadt Farbe bekennen, was ihr der historische Neuner Wert ist. Die Sanierung wird teuer, aber wenn man noch länger wartet, werden die Kosten auch nicht geringer ausfallen.

Auf der Wunschliste der Bäderbetriebe vor den Haushaltsberatungen wird man noch weitere alte Bekannte finden, so das Hallenbad Sonnenberg oder das Freibad Killesberg. Der Sanierungsstau ist lang. Das Bittere dabei: es geht darum, wenigstens die bisherigen Besucherzahlen zu halten.

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