Diskriminierung Blut ist nicht homosexuell
Die Regierung will die Diskriminierung homo- und bisexueller Männer beim Blutspenden beenden. Das ist richtig und wichtig, findet unsere Autorin Bettina Hartmann.
Die Regierung will die Diskriminierung homo- und bisexueller Männer beim Blutspenden beenden. Das ist richtig und wichtig, findet unsere Autorin Bettina Hartmann.
Blutkonserven sind knapp. Man könnte somit meinen, dass Spender mit Kusshand genommen werden. Weit gefehlt! Denn homo- und bisexuelle Männer sowie Transpersonen dürfen nur unter Vorbehalt spenden. Die Bundesärztekammer sieht sie bis heute als Risikogruppe – und hält in ihren dem Transfusionsgesetz zugrunde liegenden Regularien fest: Wer als Mann in den vergangenen vier Monaten Sex mit „einem neuen oder mehr als einem Partner“ hatte, ist ausgeschlossen. Diese Form der Diskriminierung, ein Relikt aus den 80ern, der Aids-Krise, ist mehr als nur aus der Zeit gefallen.
Richtig und wichtig daher: Mit der Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung soll es bald vorbei sein, kündigt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an. Willkommen im Jahr 2023, möchte man da rufen. Selbst erzkatholische Länder wie Italien und Spanien haben den Homo-Hetero-Unterschied abgeschafft. Unsicherer sind Transfusionen dort nicht geworden. Positiver Nebeneffekt stattdessen: Die Zahl der Blutspender ist gestiegen.
Bei aller Vorsicht, die beim sensiblen Thema Blutspende nottut, ist längst klar: Riskant ist nicht gleichgeschlechtlicher Sex, riskant ist das Verhalten Einzelner. Ungeschützter Verkehr erhöht die Gefahr, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu infizieren. Wer verantwortungsbewusst ist, spendet in solchen Fällen kein Blut – egal, ob homo-, bi-, trans- oder heterosexuell.