Kommentar zur Krise in Holland Neues Sorgenkind

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Bisher stand Hollands Regierung beim Sparen auf der Seite der Deutschen. Das ist nun vorbei, kommentiert StZ-Korrespondent Helmut Hetzel.

Ministerpräsident Mark Rutte ist mit seinen Sparplänen gescheitert. Foto: ANP
Ministerpräsident Mark Rutte ist mit seinen Sparplänen gescheitert. Foto: ANP

Stuttgart - So schnell kann es gehen. Am Montag noch mahnte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager seine Kollegen aus den Euro-Mittelmeerländern mit erhobenem Zeigefinger zum Sparen. Jetzt müssen de Jager und die christlich-liberale Haager Regierung eingestehen: Wir können es auch nicht, das Sparen. Holland ist von seinem hohen Sockel gestürzt. Der Rechtspopulist Geert Wilders hat den Sturz verursacht, weil er das von der Minderheitsregierung geschnürte Sparpaket von 14 Milliarden Euro nicht unterstützen will.

Der Sturz des Haager Kabinetts trifft die Europäische Union und die Eurozone zur falschen Zeit. Er facht die Krise wieder an. Er trifft insbesondere auch Deutschland, denn die Niederländer standen bisher immer fest an der Seite der Deutschen, wenn es um Forderungen nach mehr Stabilität ging. Das können sie nun nicht mehr, weil sie selbst die von ihnen verlangten Stabilitätsstandards in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Jahr nicht mehr erfüllen können. Den Haags Glaubwürdigkeit ist dahin.

Holland ist in Not, in finanziellen Nöten. Durch den Sturz der Haager Regierung bricht ein weiterer Stabilitätsanker in der Eurozone weg. Aus dem einstigen Musterknaben Niederlande wird ein neues Sorgenkind in der Eurozone.




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