Kommentar zur neuen Regionaldirektorin Es gilt, dicke Bretter zu bohren

Von  

Die neue Regionaldirektorin Nicola Schelling hat viel Arbeit vor sich und muss gleich Streit schlichten. Einen weiteren Fehlschlag bei der Besetzung der Verbandsspitze kann sich die Region nicht leisten – sie wäre dann politisch am Ende.

Auf Nicola Schelling warten schwierige Aufgaben. Foto: privat
Auf Nicola Schelling warten schwierige Aufgaben. Foto: privat

Stuttgart - Matthias Wittlinger hat zunächst wie der Punktsieger ausgesehen: Seine Rede in der Regionalversammlung war locker, selbstbewusst und von vielen Detailkenntnissen geprägt. Als Bürgermeister in der Region Stuttgart weiß Wittlinger ganz klar, wo der Schuh drückt – und wo der Verband Region Stuttgart seine Schwächen hat. Doch letztlich hat Nicola Schelling die Wahl gewonnen. Sie hat in den internen Vorstellungsrunden die bessere Figur gemacht. Und es hat manchem Regionalrat vielleicht die Entscheidung erleichtert, dass die 46-Jährige kein Parteibuch hat und dass sie eine Frau ist.

Die knappe Wahl von Nicola Schelling beweist, dass es zwei starke Bewerber gegeben und dass es sich um eine echte demokratische Abstimmung gehandelt hat. Es war eben kein von vornherein abgekartetes Spiel. Die knappe Wahl ist aber auch eine Hypothek für Nicola Schelling, denn sie muss zunächst das Vertrauen von fast der Hälfte der Regionalräte gewinnen.

Mit ihrem offenen und einnehmenden Charakter ist ihr das zuzutrauen, obwohl man aus Brüssel nicht nur Positives hört. Einen weiteren Fehlschlag bei der Besetzung der Verbandsspitze kann sich die Region jedenfalls nicht leisten. Sie wäre dann politisch am Ende. Nicola Schelling hat nun die schwierige Aufgabe, die Streitigkeiten zwischen Kommunen, Landkreisen und Region zu schlichten und den Verband zugleich wieder ins Bewusstsein der Menschen zurückzuführen.

Wie immer Nicola Schelling das anpacken wird: Es gilt, dicke Bretter zu bohren.

Sonderthemen