Kommentar zur Präsidentenwahl Gräben sind notdürftig geschlossen

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Die Lager beim VfB Stuttgart waren lange Zeit gespalten. Der neue Präsident muss versöhnen, meint der StZ-Sportchef Peter Stolterfoht.

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Stuttgart - Der VfB Stuttgart geht mit einer schweren Hypothek aus der Mitgliederversammlung heraus. Sie heißt: Dieter Hundt. Der Aufsichtsratschef wurde nur mühsam in seinem Amt beim Bundesligisten gehalten. 50,7 Prozent und damit die Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder stimmten der Abwahl Hundts zu, für die laut Satzung aber eine Dreiviertelmehrheit nötig gewesen wäre.

Der VfB hat es nun schwarz auf weiß, dass der streitbare Arbeitgeberpräsident ein ernsthaftes Problem für das Miteinander darstellt. Hundt spaltet den Verein in zwei etwa gleich große Lager. Mit der Wahl des Kandidaten Gerd Mäuser zum Präsidenten ist dem VfB eine Zerreißprobe aber fürs Erste erspart geblieben. Viele Mitglieder scheinen zunächst einmal damit zufrieden zu sein, Dieter Hundt einen deutlichen Denkzettel verpasst zu haben. Doch schon bei nächster Gelegenheit, und das könnte beispielsweise ein verpatzter Saisonstart sein, würden die am Sonntag nur notdürftig geschlossenen Gräben wieder aufbrechen. Gerd Mäusers wichtigste Aufgabe ist es nun, den Verein zu versöhnen und die mehr als 41 Prozent, die gegen ihn gestimmt haben, eines Besseren zu belehren.

Überzeugungsarbeit muss jetzt aber vor allem Dieter Hundt leisten und versuchen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Er sollte sich auch große Zurückhaltung auferlegen, schließlich wird ihm von seinen zahlreichen Kritikern die Einmischung in das operative Clubgeschäft vorgeworfen. Zur Tagesordnung sollte Dieter Hundt nach dieser Mitgliederversammlung jedenfalls nicht gleich wieder übergehen.