Kommentar zur SPD-Personalrochade Rückschlag

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Sellering hat Krebs, was zu einer Personalrochade bei der SPD führt – vor allem die notgedrungene Neubesetzung des Wahlkampfleiters erschwert die Lage für die Partei weiter.

SPD-Chef Martin Schulz hat die notgedrungenen Personalentscheidungen am Dienstag vor Beginn der Fraktionssitzung im Bundestag verkündet. Foto: dpa
SPD-Chef Martin Schulz hat die notgedrungenen Personalentscheidungen am Dienstag vor Beginn der Fraktionssitzung im Bundestag verkündet. Foto: dpa

Berlin - Für Mecklenburg-Vorpommerns beliebten Ministerpräsidenten Erwin Sellering ist seine Krebsdiagnose eine persönliche Tragödie. Für die SPD, nach drei sieglosen Landtagswahlen verzweifelt darum bemüht, wieder in die Spur zu kommen, ist es ein politischer Rückschlag. Keine vier Monate vor der Bundestagswahl muss sie einen neuen Wahlkampfmanager ernennen, weil die Generalsekretärin Katarina Barley als Familienministerin Manuela Schwesig nachfolgt, die wiederum den erkrankten Sellering in Schwerin beerbt. Das war anders geplant.

Schulz´ Wunsch nach Ruhe

Oberste Maxime für SPD-Chef Martin Schulz musste sein, das aus traurigem Anlass entstandene Problem geräuschlos zu lösen, um nicht noch mehr Unruhe in die Partei hineinzutragen. Er hat das ordentlich gemacht, indem er Barley durch den erfahrenen Hubertus Heil ersetzt. Das bietet zumindest die Chance, dass die Wahlkampfmaschine nicht unnötig lange aussetzt und die bisher vermisste Konkretisierung des Wahlangebots nachgeliefert werden kann. Hinter dem Wunsch nach Ruhe musste aber die Möglichkeit zurückstehen, einen neuen Generalsekretär mit Wow-Effekt zu installieren. Den wird in den nächsten Tagen und Wochen der Inhalt des Programms liefern müssen. Sonst sinken die Chancen der Sozialdemokraten auf einen Wahlerfolg im Herbst weiter.