Das Esslinger Queer-Film-Festival hat eine lange Tradition: Zum 37. Mal zeigt das Koki vom 13. bis 19. November Beispiele gesellschaftlich engagierter Filmkultur.

Quer durch die Republik sind Queer-Film-Festivals in großen Städten längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Sie zeigen, wie groß das Angebot an nicht-heterosexuellen Filmen und wie breit gefächert das thematische und stilistische Spektrum ist. Eines der ältesten Festivals seiner Art hat seinen festen Platz im Jahresprogramm des Kommunalen Kinos Esslingen. Engagierte Film-Liebhaber aus den Reihen des Vereins „Rosa Zwiebel“ hatten Ende der 1980er-Jahre die Schwul-lesbischen Filmtage aus der Taufe gehoben, die seither jedes Jahr im November einen Überblick über das queere Filmschaffen bieten. Daraus ist mittlerweile das Esslinger Queer-Film-Festival entstanden, dessen 37. Auflage vom 13. bis 19. November stattfindet.

 

Die Veranstalter wollen ihrem Publikum ein Forum für gesellschaftlich engagierte, diskussionswürdige und anspruchsvolle Filmkultur bieten und dabei auch Spaß und kurzweilige Unterhaltung nicht gering schätzen. Die Besucher dürfen sich auf interessante Gäste, erhellende Filmgespräche und eine ausgelassene Queer-Party mit Drag-Show freuen, die am 14. November um 22 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Komma gleich neben dem Kommunalen Kino beginnt. Durch den Abend führen Veronica Mont Royal mit Dua Look und Cindy Jenner. Erstmals werden in diesem Jahr die Publikumspreise „Goldene Squeereels“ vergeben, mit denen die besten Filme ausgezeichnet werden.

Perspektiven auf das queere Leben

Einer der Höhepunkte im Programm: der Erotik-Thriller „Night Stage“. Foto: Salzgeber

Einer der Höhepunkte im Programm ist traditionell die Kurzfilmnacht, die am Samstag, 15. November, um 20.30 Uhr beginnt und am Sonntag, 16. November, ab 15 Uhr wiederholt wird. „Ob experimentell, dokumentarisch oder erzählerisch – die ausgewählten Kurzfilme zeigen vielfältige Perspektiven auf queeres Leben heute“, erklären die Veranstalter. „In kompakten Formen verhandeln sie Intimität, Identität und Widerstand, manchmal leise, manchmal laut, manchmal lustig. Gemeinsam bilden sie ein Programm, das überrascht, herausfordert und neue Blickwinkel zeigt.“

Eröffnet wird das Festival am Donnerstag, 13. November, um 18.30 Uhr mit Elena Oxmans Film „Outerland“, der die Geschichte einer jungen Frau in San Francisco erzählt: Cass arbeitet tagsüber als Kindermädchen und nachts als Bedienung. Eines Tages wird sie von einer Kollegin gebeten, für ein paar Tage auf deren 11-jährige Tochter aufzupassen. Die Tage vergehen, zwischen den beiden wächst Vertrauen, doch die Mutter kehrt nicht mehr zurück. Und Cass wird mit verdrängten Erinnerungen aus der eigenen Kindheit konfrontiert. OB Matthias Klopfer hat sich am Freitag, 14. November, um 19 Uhr beim Queer-Film-Festival angesagt, um die Grüße der Stadt zu überbringen. Anschließend läuft der Animationsfilm „Lesbian Space Princess“. Im Mittelpunkt steht Prinzessin Saira, die auf der „inter-gay-laktischen“ Suche nach ihrer entführten Ex über sich hinauswachsen muss.

Eine lebendige Feier queerer Kultur

Trickfilmkunst mit queerem Anspruch: der Animationsfilm „Lesbian Space Princess“. Foto: Salzgeber

Mit Rashaad Newsomes und Johnny Symons’ „Assembly“ will das Festival am Mittwoch, 19. November, ab 20.30 Uhr einen musikalisch-ermutigenden Schlussakkord setzen. Der Film begleitet den renommierten Künstler Rashaad Newsome bei einer Multimedia-Ausstellung und Performance in New York. Durch eine selbst geschaffene queere KI, durch Tanz, Videoprojektionen, Skulpturen und Musik wird ein belasteter Raum zum Festsaal einer lebendigen Feier der schwarzen und queeren Kultur. „Newsome hinterfragt koloniale Machtstrukturen und würdigt gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der schwarzen Community. Er vereint unterschiedlichste Tanztraditionen und bringt queere Menschen zusammen, die den Ballroom-Dance in die Welt hinausgetragen haben“, erklären die Veranstalter.