Kommunalpolitik in Filderstadt Drei Neue für die Fraktion der Grünen

Sie sind nach der Kommunalwahl Anfang Juni die neuen Mitglieder der Grünen-Fraktion im Gemeinderat Filderstadt: Karl-Heinz Ruckgaber, Anne-Sophie Kannicht und Dominic Dean Haag (von links). Foto: Caroline Holowiecki

Anne-Sophie Kannicht, Dominic Dean Haag und Karl-Heinz Ruckgaber sind die Neuen in der Grünen-Fraktion im Gemeinderat Filderstadt. Was sie zum Abschneiden ihrer Partei bei der Kommunalwahl sagen und was sie sich vorgenommen haben.

Die Kommunalwahl hat den Gemeinderat Filderstadt durchgeschüttelt. Zehn neue Mitglieder haben bei der konstituierenden Sitzung am 22. Juli auf den in Summe 32 Stühlen Platz genommen. Auch die Fraktion der Grünen hat drei neue Gesichter in ihren Reihen: Anne-Sophie Kannicht, 42 Jahre aus Bernhausen, von Beruf Referatsleiterin in einer Hochschulverwaltung, dann Dominic Dean Haag, ein 33-jähriger Chemiker aus Sielmingen, sowie Karl-Heinz Ruckgaber, 71 Jahre alt aus Bonlanden, ehemals Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Filderklinik.

 

Alle Drei sind schon lange politisch aktiv

Allesamt sind sie Gemeinderatsneulinge. Politisch aktiv sind sie allerdings schon lange. Sowohl Anne-Sophie Kannicht als auch Dominic Dean Haag sind im Vorstand der Grünen-Ortsgruppe, Letzterer ist überdies auch im Kreisvorstand. Die längste Beziehung zur Partei hat allerdings Karl-Heinz Ruckgaber. Er lebte in den 1970er Jahre in Tübingen in einer politischen Wohngemeinschaft mit dem heutigen Landesverkehrsminister Winfried Hermann, also in der Zeit, in der sich die Grünen gerade gründeten. „Politische Diskussionen jede Woche waren verpflichtend“, sagt er rückblickend. Bis heute seien er und der Spitzenpolitiker befreundet.

Trotz solcher Netzwerke: Die drei Neuen wollen in Filderstadt ihr Ding machen. Die Ideen für die Arbeit im Gemeinderat sind bereits recht konkret. Das größte Problem der Stadt haben sie schon ausgemacht. „Verkehr!“, sagen sie wie aus einem Mund. Die Staukolonnen, die sich mitunter durch Filderstadt schieben, gehörten ebenso bekämpft wie der Klimawandel, der immer mehr fortschreitet. Mit mehr Grün an zentralen Plätzen könnte man aus Sicht der drei Ratsmitglieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Stadt kühlen und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.

Dominic Dean Haag hofft auf bessere Klimaanpassungsstrategien durch Entsiegelung, Beschattung und Trinkwasserbrunnen. Karl-Heinz Ruckgaber hat zudem Ideen für eine Schwammstadt Filderstadt und ein Bewässerungskonzept für die Landwirtschaft, außerdem sähe er gerne eine Busringlinie. Anne-Sophie Kannicht wünscht sich außerdem mehr bezahlbaren Wohnraum.

Eine kämpferische Einstellung

Es ist allerdings schwieriger geworden für die Grünen im Gremium. Sie haben bei der Wahl die meisten Stimmen eingebüßt. Rund 18,2 Prozent sind es geworden (minus 3,8). Damit hat die Fraktion einen Sitz verloren beziehungsweise zwei, weil sich nach der Wahl 2019 ein Stadtrat der Linken der Fraktion angeschlossen hatte. Entmutigen lassen wollen sich die frisch gewählten Ratsmitglieder nicht. „Ich bin mit dem Wahlergebnis gar nicht so unzufrieden“, sagt Anne-Sophie Kannicht, andere Zahlen, etwa die aus der Europawahl, hätten Schlechteres vermuten lassen.

Dass man dieser Tage als Grünen-Mitglied Kritik und Häme einstecken muss, hat das Trio bereits im Wahlkampf registriert. Auch Dominic Dean Haag berichtet von Gegenwind, vor allem auch in sozialen Medien. „Mein Ansatz ist, die Leute mit guten Argumenten zu überzeugen“, sagt er. Man müsse die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Die Energie scheint bei den Newcomern jedenfalls da zu sein. Dominic Dean Haag betont: „Jetzt erst recht für unsere Politik und unsere Prinzipien.“

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