Kommunalwahl Stuttgart Haus und Grund soll vermeintliche Wahlkampfspenden offenlegen

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Haus und Grund habe sich in den Wahlkampf eingemischt, kritisiert die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus. Sie fordert den Eigentümerverein nun auf, Wahlkampfspenden offenzulegen. Die hat es laut Haus und Grund nie gegeben.

Hat Haus und Grund Parteien Geld gespendet? Der Eigentümerverein weist den Vorwurf entschieden von sich. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Hat Haus und Grund Parteien Geld gespendet? Der Eigentümerverein weist den Vorwurf entschieden von sich. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - In der heißen Phase der Kommunalwahl am 26. Mai lodert ein alter Konflikt wieder auf: Die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus wirft dem Eigentümerverein Haus und Grund Stuttgart vor, sich nicht neutral verhalten und sich mit dem Aufruf, bürgerlich wählen zu gehen, in den Wahlkampf eingemischt zu haben. SÖS/Linke-plus fordert darum, dass der Verein seine Wahlkampfspenden offenlegt. Laut diesem habe es aber nie welche gegeben.

Mit der Kritik am Bürgerhaushalt und der Wahlempfehlung, bürgerliche Parteien zu wählen provoziere die Immobilienlobby eine Reaktion. „Wenn die Immobilienlobbyisten von Haus und Grund schon offensiv dazu aufrufen, sogenannte bürgerliche Parteien zu wählen, dann sollen sie doch bitte auch offenlegen, wie viel Geld sie an diese Parteien gespendet haben und noch spenden will“, sagt der Fraktionsvorsitzende Thomas Adler.

SÖS ein „Hort der militanten Hausbesetzer“

Wenn Haus und Grund darüber hinaus den Bürgerhaushalt kritisiere, dass er nur Partikularinteressen stimuliere, dann falle dieser Vorwurf auf Haus und Grund zurück, weil es „der professionellste Verein zur Vertretung von Partikularinteressen von Immobilieneigentümern“ sei. Tatsächlich hatte Haus und Grund gefordert, dass der Bürgerhaushalt auf den Prüfstand müsse. Laut Adler dürfte sich „ein guter Teil der Mitglieder von Haus und Grund dürfte sich noch nicht einmal vertreten fühlen von dem, was die Spitze der Lobbyorganisation“ von sich gebe.

Ulrich Wecker, der Geschäftsführer von Haus und Grund Stuttgart, hält die Vorwürfe für absurd. „Es gibt keine Parteispenden“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Für die Empfehlung, bürgerlich wählen zu gehen, habe er bei der letzten Mitgliederversammlung nichts als Beifall geerntet. „SÖS ist der Hort der militanten Hausbesetzer, Haus und Grund vertritt die rechtschaffenen Hausbesitzer“, sagt Wecker.

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