Kommunalwahl 2024 in Ditzingen Ortschaftsräte: Die Diskussion hat begonnen

Montag: Warten auf das Ergebnis Foto: Granville

Ihre Beschlüsse haben meist empfehlenden Charakter für den Gemeinderat. In Ditzingen haben sie aber inzwischen Gewicht. Besonders direkt nach der Wahl.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Ein Ortschaftsrat kann alleine bestimmen, aber in sehr vielen Angelegenheiten sind seine Entscheidungen nur Empfehlungen an den Gemeinderat. Dieser kann sich daran halten, muss es aber nicht. Gleichwohl hat sich in Ditzingen in den vergangenen Jahren die politische Kultur gewandelt, sodass die Empfehlungen von Bedeutung sind. Der Gemeinderat folgt diesen in der Regel.

 

Vor diesem Hintergrund werden die kommenden Wochen besonders in zwei von drei Ortschaftsräten spannend. Sowohl in Hirschlanden als auch in Schöckingen hatten die amtierenden Ortsvorsteher – Barbara Radtke (CDU) in Hirschlanden und Michael Schmid (Freie Wähler) In Schöckingen – nicht mehr für den Ortschaftsrat kandidiert. In der Regel wird der Ortsvorsteher aus der Mitte des Ortschaftsrats gewählt.

Nachfolger gesucht

Wer also wird auf Barbara Radtke und Michael Schmid folgen? Die stärkste Fraktion im Gremium beansprucht in der Regel, das Amt mit einem eigenen Kandidaten zu besetzen. Auch eine Rolle spielt, welche Partei den Stimmenkönig stellt. In allein drei Teilorten gingen die Freien Wähler als stärkste Gruppierung aus den Wahlen hervor.

In Hirschlanden kamen die Freien Wähler auf 47,4 Prozent – ein Verlust von 7,6 Prozentpunkten. Sie stellen den Stimmenkönig: Michael Munz vereinigte mit rund 1700 Stimmen mit Abstand die meisten Stimmen auf sich. Die CDU erreichte 24,7 Prozent (minus 1,7 Prozentpunkte), die Grünen kamen auf 12,7 und die SPD auf 10,5 (minus 8). Die FDP kam auf 4,6 Prozent der Stimmen, sie war seit 2019 nicht im Hirschlander Ortschaftsrat vertreten. SPD, Grüne und FDP stellen fortan einen Sitz, die CDU drei, Freie Wähler fünf.

FDP in zwei von drei Ortschaftsräten vertreten

Die Freude über das Ergebnis war in einer ersten Reaktion besonders bei der FDP groß, gleichwohl sie im Gemeinderat einen Sitz einbüßte. „Mich freut, dass wir in zwei Ortschaftsräten vertreten sind“, sagte Horst Ludewig.

In Schöckingen kamen die Freien Wähler auf 48,2 Prozent, sie verloren 6,3 Prozentpunkte, die gemeinsame Liste von Grüne und SPD kam auf 23,1 Prozent. Die CDU legte 6,4 Prozentpunkte zu und kam auf 22,3 Prozent. Freie Wähler haben fünf, Grüne/SPD drei, CDU zwei, die FDP hat einen Sitz

Die FDP kam auf 6,4 (minus 0,8). Die Freien Wähler haben fünf, Grüne und SPD gemeinsam drei, die CDU hat zwei, die FDP einen Sitz. Stimmenkönig wurde Jochen Gommel von den Freien Wählern. In Heimerdingen ergatterten die Freien Wähler 7,5 Prozentpunkte dazu, sie holten 52,2 Prozent; die CDU verlor 1,9 Prozentpunkte und erreichte 29,6 Prozent. SPD und Grüne, die erstmals mit einer gemeinsamen Liste angetreten waren, kamen auf 17,1 Prozent. Die Freien Wähler haben sechs Sitze, CDU drei und SPD und Grüne gemeinsam zwei. Ortsvorsteher ist Stimmenkönig Bernhard Arzt.

Der neue Ditzinger Gemeinderat

 CDU
Konrad  Epple (9519), Barbara Radtke (5409), Christian Rombold (5247), Sven Sautter (5244), Wolfgang Gommel (5026), Gerhard Siegle (4235), Gesine Berthold (4199)

Freie Wähler
 Michael Munz (6790), Bernhard Arzt (6374), Frank Hagenlocher (5554), Jochen Gommel (4529) Michael Schmid (4316), Horst Kirschner (3639), Wilhelm-Alexander Bobbert (3215)

Grüne
Doris Renninger (4669), Leoni Kükrekol (3324), Ulrike Sautter (2662), Simone Rathfelder (2374)

SPD
Sabine Roth (3465), Herbert Hoffmann (2731), Martin Michael (1539)

UB
Andreas Häcker (3612)

FDP
Horst Ludewig (2719)

AfD
Severin Köhler (3093), Rolf Burkhardt (3038)

Junge Liste
Carl Renninger (2382)

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