Durch die unechte Teilortswahl dürfen die Gruppierungen im Berglener Gemeinderat pro Sitz mehrere Kandidaten benennen. Das ergibt eine stolze Anzahl von Bewerbern.

Manteldesk: Thomas Schwarz (hsw)

Die Gemeinde Berglen, entstanden während der Kommunalreform in den Jahren zwischen 1972 und 1975, besteht aus 21 Teilorten, Höfen und Wohnplätzen. Sie alle fehlerfrei aufzuzählen, ist für Außenstehende schier ein Ding der Unmöglichkeit. Dagegen ist es für einen Nicht-Berglener sehr leicht, sich zwischen den idyllisch über dem Remstal „in den Berglen“ gelegenen Dörfern und Weilern zu verfahren. Das zentral gelegene Oppelsbohm wurde zur Ortsmitte ernannt. Dort amten der Bürgermeister Maximilian Friedrich, der bei seinem Antritt im Jahr 2012 mit 25 Jahren der jüngste Bürgermeister Deutschlands war, sowie der zurzeit 20 Sitze umfassende Gemeinderat.

 

Ausgleichs- und Mehrsitze durch unechte Teilortswahl

In diesem ist außer der SPD keine der etablierten politischen Parteien vertreten. Stärkste Fraktion ist die Bürgerliche Wählervereinigung Berglen (BWV) mit zwölf Räten, gefolgt von den Freien Bürgern Berglen (FBB) mit fünf Sitzen. Die Sozialdemokraten sind mit drei Räten, zwei Männern und einer Frau, vertreten. „Eigentlich umfasst der Gemeinderat 18 Sitze, wegen der unechten Teilortswahl können jedoch durch Ausgleichs- und Mehrsitze weitere Räte dazu kommen“, erklärt der Bürgermeister.

Maximilian Friedrich kann auf eine stolze Liste von Kandidaten für die Kommunalwahl in seiner Gemeinde verweisen. Immerhin bewerben sich 63 Frauen und Männer für das politische Ehrenamt. Es sind sogar einige mehr als im Jahr 2009. Damals traten 51 Kandidatinnen und Kandidaten an. Die große Zahl ist ebenfalls auf die unechte Teilortswahl zurückzuführen. Diese baden-württembergische Sonderregelung des Kommunalwahlrechts soll die ausreichende Präsenz von Ortsteilen im Gemeinderat gewährleisten. So können die vertretenen Gruppierungen je Wohnort Kandidaten aufstellen – so sie genügend Anwärter finden. Die SPD tritt in Berglen mit einer offenen Liste an: man muss nicht Parteimitglied sein, um für die Sozialdemokraten in den Gemeinderat einzuziehen.

Die Schulplanung bleibt weiter Thema

Auf das neu gewählte Gremium kommt auf jeden Fall das Thema Schulplanung zu, aber auch der Breitbandausbau. Auch hier weist Berglen eine Spezialität auf: im Gemeindegebiet gibt es drei Vorwahlen, da sich die Ortschaften auf die Ortsnetze Schorndorfs, Winnendens und Rudersbergs verteilen. Die schnellen Internet- und Telefonverbindungen sollen bis zum Jahr 2016 installiert werden.