Kommunalwahl im Enzkreis Auch im neuen Kreistag dominieren Männer

Von Norbert Kollros 

Die Grünen sind auch im Enzkreis im Aufwind. Die Riege der Bürgermeister wird dort künftig noch größer.

Der Kreistag im Enzkreis hat künftig 58 Sitze. Foto: dpa
Der Kreistag im Enzkreis hat künftig 58 Sitze. Foto: dpa

Enzkreis - Die Wähler haben entschieden und auch im Kreistag des Enzkreises für neue Gesichter gesorgt – auch dem Umstand geschuldet, dass doch eine Reihe altgedienter Kreisräte nicht mehr angetreten war. Auch Vertreter der Alternative für Deutschland schafften den Einzug ins Kreisparlament, insgesamt stellt diese Partei fünf Kreisräte. Der gehörige Aufwind, den die Grünen am Wahlsonntag erhielten, sorgt im Kreistag für Veränderungen. Statt bislang sieben Fraktionsmitglieder besteht die Grünen-Riege in der neuen Wahlperiode aus drei Mitgliedern mehr. Zudem ist die neue Gruppierung „Bürger fürs Biet“ mit einem Mandat vertreten. Die Fraktion der Freien Wähler umfasst 16 Mitglieder (-1), die CDU kommt auf zwölf Sitze (-3), die Grünen sind zehn Mitglieder stark (+3), die SPD hat neun Kreisräte (-2) und die FDP fünf wie bisher. Auf ebenfalls fünf Mandate kommt die AfD und schließlich das eine „Biet“-Mandat.

Im neuen Kreistag wird auch weiterhin das männliche Geschlecht dominieren: Die Zahl der Kreisrätinnen hat sich marginal um nur ein Mandat erhöht, gleichzeitig wächst das Gremium um drei Mitglieder auf künftig 58. Darunter sind 22 kreispolitische Neueinsteiger – also mehr als ein Drittel.

Vergrößert hat sich indes die Riege der Bürgermeister: 19 Stadt- und Gemeindeoberhäupter werden künftig im Kreistag vertreten sein. Und wie schon nach der Wahl vor fünf Jahren gibt es auch dieses Mal wieder die Situation, dass neben dem Rathauschef, in dem Fall Bürgermeisterin Birgit Förster aus Niefern-Öschelbronn, auch der Vorgänger Jürgen Kurz im Gremium sitzt. In der ablaufenden Periode war dies mit dem Wimsheimer Alt-Schultes Karlheinz Schühle und dem amtierenden Mario Weisbrich der Fall.

Die konstituierende Sitzung ist am 25. Juli

Bei der diesjährigen Wahl gab es zudem den eher seltenen Fall, dass ein Bürgermeister und amtierender Kreisrat nicht mehr ins neue Gremium einzieht: Es traf den Ölbronn-Dürrner Schultes Norbert Holme, der theoretisch für den AfD-Bewerber Christoph Wichard das Feld räumen musste. Einen ähnlichen Wechsel gab es in der CDU-Fraktion im Wahlbezirk Mühlacker: Wolfgang Schreiber musste dem mit 300 Stimmen mehr besser ausgestatteten Arzt Peter Napiwotzky den Vortritt lassen.

Besonders umkämpft waren die Mandate übrigens im Wahlbezirk Niefern-Öschelbronn/Kieselbronn/Neulingen: Dort gab es auf der Liste der Freien Wähler nebst den direkt gewählten Stimmenkönigen Jürgen Kurz und Birgit Förster noch gleich zwei Ausgleichssitze für Heiko Faber und Heinrich Furrer. Insgesamt gab es sechs solcher Ausgleichsmandate.

Zahlreiche Kandidaten waren am Montagabend ins Landratsamt nach Pforzheim gekommen, wo Landrat Bastian Rosenau die Namen der Gewählten verlas. Als einen der für ihn erfreulichsten Aspekte dieser Wahl bezeichnete dieser die Wahlbeteiligung, die mit 60,4 Prozent deutlich höher als vor fünf Jahren (50,4) lag.

Die konstituierende Sitzung des neuen Kreistags ist für den Donnerstag, 25. Juli, vorgesehen, die letzte Sitzung des alten Gremiums wird am 11. Juli sein.




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