Kommunalwahl in Leonberg Freie Wähler suchen OB-Kandidaten
Axel Röckle, Stimmenkönig im Leonberger Gemeinderat, führt die maue Wahlbeteiligung auf die Situation an der Stadtspitze zurück
Axel Röckle, Stimmenkönig im Leonberger Gemeinderat, führt die maue Wahlbeteiligung auf die Situation an der Stadtspitze zurück
Axel Röckle kommentiert seine 11 826 persönlichen Stimmen mit dem ihm eigenen Humor: „Ich will mich über mein Ergebnis nicht beschweren.“ Tatsächlich hat der Fraktionschef der Freien Wähler im Leonberger Gemeinderat bei der Wahl die allermeisten Stimmen geholt, dicht gefolgt von einem anderen Fraktionskollegen. Jörg Langer knackt mit 11 043 Voten ebenfalls die Elftausender-Marke.
Und noch einen symbolischen Titel haben die Freien Wähler geholt. Jutta Metz hat mit 8927 Voten die meisten bei den Frauen geholt und darf sich nun Stimmenkönigin nennen, wie schon vor fünf Jahren. Stärkste Kraft ist die parteiunabhängige Fraktion damit aber nicht: Diese Position hat nach zehnjähriger Pause die CDU wieder inne.
Zufrieden dürfte unter griechischer Sonne auch Georg Pfeiffer sein Ergebnis zur Kenntnis genommen haben: Der Chef einer Klavierfabrik hat 8878 Voten bekommen.
Trotz seines persönlichen Erfolges bleibt Axel Röckle, ganz Jurist, gelassen: „Wir werden weiterhin eine konsensorientierte Sachpolitik betreiben“, kündigt er an – ein Signal an jene Kräfte im Gemeinderat, mit denen schon etliche Themen mit breiter Mehrheit auf den Weg gebracht wurden. Ob die AfD, die zwei Mandate erzielt hat, die politische Diskussion beeinflussen wird, will Röckle erst einmal abwarten: „Für solche Einordnungen ist es noch zu früh.“
Dass die Beteiligung bei der Kommunalwahl mit 59 Prozent erkennbar geringer als bei den Europa- und Regionalwahlen war, führt der Freie Wähler auf die Situation an der Rathausspitze zurück: „Viele sind mit der Situation in der Verwaltung und in Leonberg insgesamt einfach unzufrieden.“
Wie das geändert werden könnte, liegt für Röckle nah: „Wir werden uns bald auf die Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten machen müssen.“ Die Amtszeit des momentan krankgeschriebenen Verwaltungschefs Martin Georg Cohn (SPD) läuft Ende des kommenden Jahres ab.
Fast jede Fraktion hat Kandidaten, die sich über satte Einzelergebnisse freuen können: Bernd Murschel ist nicht mehr Stimmenkönig wie vor fünf Jahren, aber hat doch 10 596 Voten eingefahren. Gut dabei auch seine Fraktionskollegin Birgit Widmaier, die 8338 Stimmen geholt hat.
In den Bereich der fünfstelligen Ergebnisse reiht sich ebenso Oliver Zander ein. Der Stadtverbandsvorsitzende der CDU Leonberg konnte nach einem aufwendigen persönlichen Wahlkampf 10 103 Voten erzielen und dürfte nun Elke Staubach ablösen. Die langjährige Fraktionschefin hatte nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert.
Sichere Stimmlieferanten der Leonberger Christdemokraten sind auch Willi Wendel aus Eltingen (9786) und Dirk Jeutter aus Höfingen (9026). Dessen kommunalpolitische Karriere hatte vor zehn Jahren begonnen, als er von einem hinteren Listenplatz nach vorne in den Rat gehievt wurde. Eine Acht vornedran hat auch aus dem Stand Alisa Schraitle (8413) geschafft.
Ebenfalls unter den Achttausendern ist Ottmar Pfitzenmaier. Die Leonberger gaben dem Chef der SPD-Fraktion 8407 Stimmen. Christian Buch, neben Elviera Schüller-Tietze einer der beiden Vorsitzenden der SPD Leonberg, verpasste mit 4335 Stimmen nur knapp den Einzug ins Stadtparlament. Die Sozialdemokraten haben vier Sitze und damit weiterhin Fraktionsstatus.
Den hat jetzt auch die Wählergruppe SALZ, deren neue Kandidatin Annette Gaber-Paul auf Anhieb 6788 – und damit die meisten Stimmen für die ihre Liste holte. Ihr folgen Routinier Frank Albrecht und Harald Hackert, vielen noch als letzter Vorsitzender der TSG Leonberg bekannt.
Ein Comeback feiert Ursula Kreutel: Die einstige Bürgermeisterin von Weissach lebt mittlerweile wieder in Höfingen, hat für die FDP kandidiert und prompt die meisten Stimmen bekommen: 4907. Die gehört mit Horst Nebenführ und dem Newcomer Nicolay Hess dem Gemeinderat an. Die AfD-Kandidaten Gernot Hagenbart und Thomas Hartung erzielten 6304 und 5873 Voten.