Kommunalwahl in Marbach Der Markt gehört in die Altstadt

Noch bis Juli ist der Wochenmarkt auf dem Parkplatz an der Stadionhalle. Foto: KS-Images.de / Karsten Schmalz

Die Vorbehalte der Beschicker können die Sprecher der Fraktionen im Gemeinderat verstehen, doch die Rückkehr ist für sie alternativlos.

Ludwigsburg: Karin Götz (kaz)

Ginge es nach den Marktbetreibern würden sie weiterhin ihre Stände auf dem Parkplatz der Schule aufstellen – Fußgängerzonensanierung hin oder her. Doch im Juli kommt der Wochenmarkt auch samstags wieder in die Innenstadt. Und die bietet den Beschickern nach wie vor attraktive Standorte, findet Martin Mistele (FW). „Und ein Recht auf immer größere Stände gibt es nicht. So wenig wie die Parkplätze an der Grabenstraße breiter werden, nur weil ich ein größeres Auto als früher habe.“

 

Für die Händler wie auch für den Markt seien Parkplätze wichtig. Zugunsten der Aufenthaltsqualität seien etliche weggefallen. Um dies zu kompensieren haben die Freien Wähler die Verwaltung gebeten zu untersuchen, mit welchem technischen Ansatz eine automatische Anzeige der freien Parkplätze im Parkhaus am günstigsten zu realisieren wäre. „Die Entfernung zwischen der Grabenstraße und der Marktstraße halten wir für die Kundschaft für akzeptabel.“

Markttag ist mehr als Einkaufen

Heike Breitenbücher (CDU) kann die Vorbehalte der Beschicker verstehen. Es brauche viel Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Stadt, Einzelhändlern, Marktbeschickern, Anwohnern und Kunden. „Wir haben uns die Befürchtungen angehört und gemeinsam versucht, die Probleme im Vorfeld zu erkennen und Ideen für Abhilfe zu entwickeln.“ Manche Dinge seien einfacher, manche anspruchsvoller und manches müsse man lösen, wenn es auftritt. „Wir wollen die Verlegung in die Marktstraße, wir sehen aber auch, dass einiges aufwendiger wird.“

Nicht ganz so viel Verständnis hat Hendrik Lüdke (Puls) für die Vorbehalte. Man könne sie (sehr) subjektiv ansatzweise nachempfinden. Oben auf den Parkplätzen sei es halt bequemer. „Der Markt war früher rentabel“, sagt Lüdke, „und die Marktbeschicker wollten damals nicht aus der Innenstadt raus“. Es sei sogar beklagt worden, dass er viel zu früh auf den Parkplatz verlegt wurde. Der von Beschickern befürchtete Konflikt durch Stände, die teils eng an die Schaufenster rücken müssen, sei der erforderlichen Feuergasse geschuldet. „Das blieb früher eher unbeachtet. Dieser Konflikt wird sich klären, wenn überhaupt vorhanden.“

Gegenseitiges Wohlwollen

Verständnis für die Vorbehalte hat auch Susanne Wichmann (Grüne) – aus Sicht der Marktbeschicker. Doch der Markt habe viele Jahre gut funktioniert und werde wieder ein Anziehungspunkt in der Altstadt sein. Auch wenn der Ablauf herausfordernder sein wird als an der Stadionhalle. Aber: „Markttag ist viel mehr als Einkaufen - das ist auch schwätzen, sich treffen, Eis essen, Kaffee trinken, Kultur genießen, verweilen und spielen.“ Ihre Fraktion hoffe auf Wohlwollen, wenn der Start nicht ganz reibungsfrei verlaufe. „Im Übrigen ist es ein politischer Wille des Gemeinderates für unsere Innenstadt und nicht gegen die Marktbeschicker.“

Die Rückverlegung des Marktes wird kein Selbstläufer werden, ist Ernst Morlock (SPD) überzeugt. Und es werde auch an der einen oder anderen Stelle nachgebessert werden müssen. „Sowohl auf Seite der Marktbeschicker wie auch auf Seite der Einzelhändler und Anwohner werden Kompromisse hinsichtlich des Miteinanders gefunden werden müssen.“ Doch sie seien möglich und lohnenswert. „Der Markt gehört in der Marktstraße. Mit dieser Aussage sind wir auch gegenüber den Einzelhändlern im Wort.“

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