Kommunalwahl Stuttgart Kotz ist der Stimmenkönig

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Mit 93 004 Stimmen holt Alexander Kotz, Fraktionschef der CDU, bei der Wahl die meisten Stimmen. Vom Kummulieren haben aber auch andere Kandidaten profitiert – einer kletterte gleich um 50 Plätze auf der Parteiliste nach oben.

Alexander Kotz, hier bei der Debatte im Newsroom der Stuttgarter Zeitung, holte bei der Gemeinderatswahl die meisten Stimmen. Alle Kandidaten des neuen Gemeinderats im Überblick sehen Sie in der Fotostrecke. Foto: Michael Steinert 61 Bilder
Alexander Kotz, hier bei der Debatte im Newsroom der Stuttgarter Zeitung, holte bei der Gemeinderatswahl die meisten Stimmen. Alle Kandidaten des neuen Gemeinderats im Überblick sehen Sie in der Fotostrecke. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Alexander Kotz, der Fraktionschef der CDU, weiß mit 93 004 Stimmen die meisten Wähler hinter sich. An das Ergebnis des absoluten Gewinners der Wahl vor fünf Jahren kommt der Stimmenkönig jedoch nicht heran. Damals war Werner Wölfle Wählers Liebling. Der Grüne erhielt 93 888 Stimmen. Auf Platz zwei landet dieses Mal Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne) mit 86 820 Stimmen. Sie kann sich auch freuen, dass sie nach dem Willen der Wähler drei Plätze weiter vorne auf der Liste steht, als von ihrer Partei gesetzt worden war – und ist damit die Stimmenkönigin der Grünen.

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Doch dieses Vorrutschen ist noch nichts verglichen mit dem Satz, den Fritz Currle (CDU) auf der Liste gemacht hat. Auf Platz 60, dem letzten, hatte er zur Wahl gestanden. Die Stuttgarter häuften durch Kumulieren so viele Stimmen hinter seinem Namen an, dass er um 50 Plätze nach vorne rückte – vielmehr schoss –, auf Platz 10. Annähernd ähnlich hoch geklettert ist die FDP-Kandidatin Gabriele Heise, nämlich um 43 Positionen auf Platz 17. Doch selbst ein gleich großer Sprung wie der des Fritz Currle hätte ihr nichts gebracht, da die FDP nur vier Plätze im neuen Gremium innehaben wird. Ähnlich geht es Robert Kauderer bei den Freien Wählern – von Platz 59 auf den 16., ebenfalls um 43 Positionen nach oben katapultiert, oder sein Kollege Hans-Peter Wörwag, der 47 Plätze nach vorne kam, aber nur auf dem siebten Platz landen konnte. Bei der SPD kletterte Roswitha Klähr-Buthge um 25 Plätze auf den 25.

Kleinen Parteien gelingt größter Coup

Es kann auch reichen, nur ein bisschen auf der Liste nach oben zu rutschen. Das brachte zum Beispiel Guntrun Müller-Enßlin (SÖS) einen sicheren Sitz im neu zusammengestellten Gemeinderat. Statt auf Platz sechs der Liste sahen die Wähler sie auf der dritten Position – drei Sitze hat ihr Bündnis gewonnen. Auch Gangolf Stocker ist wieder mit von der Partie, weil er drei Plätze hochrutschte nach dem Votum.

Den kleinen Gruppen und Parteien sind derweil die größten Coups gelungen. Aus dem Stand schafft es die Alternative für Deutschland (AfD), drei Männer in den Gemeinderat zu bringen. Heinrich Fiechtner wäre laut der Liste die Nummer fünf gewesen, ist aber durch Stimmhäufung zur Nummer zwei geworden – und konnte damit in den Rat einziehen. Überraschend zu den Siegern zählen auch Stadtisten, Piraten und Studentische Liste, die je einen Sitz im Gemeinderat haben.

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