Photovoltaik lohnt sich aus Sicht der Stadt Schorndorf bei städtischen Gebäuden – vor allem, wenn die Solarzellen mit einem Batteriespeicher gekoppelt sind. Foto: Simon Kraus - Fotolia
Seit 2023 hat die Daimlerstadt insgesamt 36 Gebäude mit Photovoltaik bestückt. Die Sonne liefert inzwischen etwa 45 Prozent des städtischen Bedarfs – und senkt die Energiekosten.
Beim Ausbau erneuerbarer Energien will die Stadt Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) bei ihren eigenen Gebäuden weiterhin konsequent auf die Kraft der Sonne setzen. Ziel ist es, durch Nutzung von Photovoltaik die Energiekosten dauerhaft zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Rechnerisch liefert die Solarenergie bereits jetzt fast die Hälfte des städtischen Strombedarfs.
Seit 2023 haben Verwaltung und Stadtwerke ihre Kooperation intensiv ausgebaut und verstärkt Photovoltaikanlagen auf den Dächern der städtischen Gebäude installiert. Weil sich nicht jedes Dach gleich gut für Solartechnik eignet, wird eine selbst erstellte Prioritätenliste abgearbeitet.
Gut 500 Haushalte könnte die Stadt versorgen – wenn sie den Strom nicht selber bräuchte
Entscheidend für eine schnelle Umsetzung sind unter anderem die verfügbare Dachfläche, mögliche Verschattungen, die Tragfähigkeit des Daches, die Wirtschaftlichkeit sowie der Strombedarf des jeweiligen Gebäudes. Auf dieser Grundlage wird berechnet, wo sich Photovoltaik lohnt und technisch umsetzbar ist.
Mittlerweile konnte auf 36 städtischen Gebäuden eine Solaranlage installiert werden. Zusammen erreichen diese Anlagen eine Leistung von mehr als zwei Megawatt Peak und erzeugen jährlich etwa 2 Millionen Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem Bedarf von rund 500 Vier-Personen-Haushalten – oder etwa 45 Prozent des Stromverbrauchs aller städtischen Einrichtungen.
Besonders große Photovoltaikanlagen befinden sich auf dem Gebäude der Stadtwerke, dem Oskar-Frech-Hallenbad sowie auf mehreren Schulgebäuden, wie beispielsweise dem Burggymnasium oder der Gemeinschaftsschule Rainbrunnen. Als bisher jüngstes Projekt wurde eine Anlage auf der Barbara-Künkelin-Halle fertiggestellt. Mit knapp 100 Kilowatt Leistung und dem größten je in der Stadt installierten Speicher können rund 88 Prozent des erzeugten Stroms direkt vor Ort genutzt werden.
Wie bei der Barbara-Künkelin-Halle haben sich Batteriespeicher auch bei anderen städtischen Gebäuden bewährt. Laut Rathaussprecher Wolfgang Kuhnle sorgen sie für mehr Effizienz, weil der erzeugte Strom direkt vor Ort genutzt werden kann. Der tagsüber erzeugte Strom kann zwischengespeichert und abends, wenn die Turnhalle durch Vereine belegt ist, wieder abgerufen werden.
Aktuell verfügen die städtischen Gebäude über eine Speicherkapazität von insgesamt 295 Kilowattstunden. Neue Photovoltaikanlagen werden daher standardmäßig mit Speichern ausgestattet, wenn dies technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist. Für die Jahre 2026 und 2027 sind zahlreiche neue Photovoltaik-Projekte geplant, beispielsweise auf der Burgturnhalle, der Aussegnungshalle beim neuen Friedhof oder der Karl-Wahl-Turnhalle.