Kompetenzen werden neu gebündelt Uni Hohenheim löst Zentren auf

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Bei seiner Halbzeitbilanz kündigt der Hohenheimer Unirektor Stephan Dabbert Umstrukturierungen an – und sagt, wo die Hochschule noch Nachholbedarf hat.

Die ostasiatische Energiepflanze Miscanthus wird auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Hohenheimer Forschung sein. Foto: dpa
Die ostasiatische Energiepflanze Miscanthus wird auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Hohenheimer Forschung sein. Foto: dpa

Stuttgart - Aus acht mach drei: nach diesem Motto hat die Uni Hohenheim acht wissenschaftliche Zentren aufgelöst – und bündelt sie neu. „Das war überfällig“, sagt der Rektor Stephan Dabbert bei seiner Halbzeitbilanz, also drei Jahre nach seinem Amtsantritt. Dafür nennt Dabbert zwei Gründe: Erstens sei die Mitteleinwerbung dieser Zentren „nicht so erfolgreich“ gewesen. Zweitens habe es zu wenig Verbindungen zwischen den vielfältigen Forschungsbereichen gegeben.

Konkret geschlossen werden das Zentrum für Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe, das Kompetenzzentrum für Pflanzenzüchtung, das Life Science Center, das Osteuropazentrum, das Tropenzentrum, das Forschungszentrum für Innovation und Dienstleistung, das Kompetenzzentrum Gender und Ernährung und die wissenschaftliche Einrichtung Hohenheimer Gärten. Statt dessen gebe es künftig nur noch drei große Bereiche: die Bioökonomie, die globale Ernährungssicherung und Ökosystemförderung sowie die Gesundheitswissenschaften.

Rektor will Kommunikation zwischen Fakultäten stärken

„Alle drei neuen Schwerpunkte sollen die Forscher fakultätsübergreifend zusammenführen“, so Dabbert. Zu mehr Kommunikation zwischen den Fakultäten trage auch der neue Masterstudiengang Bioökonomie bei. „Wir konzentrieren die Mittel auf Themen, für die wir auch Professuren haben“, sagt der Rektor. Dies sei etwa beim Osteuropazentrum nicht der Fall gewesen. Dessen Gründung sei vor 20 Jahren „eine gute Idee“ gewesen und habe auch eine exzellente Vernetzung zur Folge gehabt, sich aber in puncto Forschung „nicht so bewährt“. Für die nun beschlossenen Veränderungen habe er viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, räumt Dabbert ein. „Wir haben lange drüber diskutiert, zum Schluss gab es deutliche Mehrheiten.“ Die Arbeitsstellen von Mitarbeitern seien durch die Umgestaltung nicht gefährdet.

Prüfungsordnungen werden einheitlicher gestaltet

„Wir haben die Forschungsförderung ausgebaut“, berichtet der Rektor. Zudem gebe es nun auch eine Senatskommission für Forschung, und alle drei Fakultäten hätten Prodekane für diesen Bereich. Besser flutschen soll es auch bei den Studierenden. Man habe die Semesterstrukturen und Prüfungsordnungen einheitlicher gestaltet, damit die Studierenden zwischen den Fakultäten leichter wechseln und auch fakultätsübergreifend studieren könne, argumentiert der Rektor. Am Herzen liege ihm auch eine bessere Betreuung der Doktoranden. Geplant sei eine Graduiertenakademie.

Der jüngst mit dem Land geschlossene Hochschulfinanzierungsvertrag entspanne zwar die Lage der Uni , doch staue sich der dringende Sanierungsbedarf auf mehr als 200 Millionen Euro. Das Schloss, das Biogebäude, die Stromversorgung und viele Hörsäle müssten saniert und Labore modernisiert und ausgebaut werden. Es werde eine große Erleichterung bringen, wenn in einem Jahr das Otto-Rettenmaier-Audimax komme und das Forschungsgewächshaus einmal fertiggestellt sei. Dabberts Motto: „So schnell geb ich nicht auf.“

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