Porsche So kam der neue Elektro-Flitzer „Taycan“ zu seinem Namen

Von  

Typenbezeichnungen haben es in sich: Ob kryptische Kürzel, Künstlernamen oder missglückte Fantasiebegriffe. Nun liefert auch Porsche eine komplizierte Erklärung, wie das neue E-Modell Taycan zu seinem Namen kam – und was Stuttgart damit zu tun hat.

Der neue vollelektrische Porsche Taycan auf dem IAA-Messestand. Foto: dpa/Patrick Pleul 6 Bilder
Der neue vollelektrische Porsche Taycan auf dem IAA-Messestand. Foto: dpa/Patrick Pleul

Stuttgart - Typenbezeichnungen für Autos sind oft mehr als nur Buchstaben und Zahlen. Hersteller schaffen mit der Namensgebung auch eine emotionale Bindung an das Fahrzeug – oder schaffen ein Sinnbild, das dem Kunden vielleicht nicht sofort bewusst ist. So fällt der Name des neuen E-Porsche Taycan auf den ersten Blick aus der Reihe der üblichen Modellbezeichnungen des Stuttgarter Autobauers.

Wie Porsche nun in einer ausführlichen Pressemitteilung bekanntgab, gliedert sich der Name jedoch in die Firmenphilosophie ein. Laut Porsche war schon im Vornherein klar, dass das neue Modell keine sonst üblichen Ziffern im Namen tragen wird – so soll sein besonderer Stellenwert in der Flotte hervorgehoben werden. Trotzdem sollte das neue Modell Stuttgarts Wappentier – ein Pferd – im Namen tragen.

„Tay“ und „Can“

„Lebendig, ungestüm, vital, mit Leichtigkeit auf langen Strecken, ohne müde zu werden, frei“, beschreibt Porsche den ersten Teil des Namens, der auf die „Seele eines lebhaften, jungen Pferdes“ anspielen soll. Die Bezeichnung „Tay“ kommt aus dem Turk-Sprachraum und trägt mit dem „ay“ auch die Buchstaben der Modelle Cayenne und Cayman im Namen.

„Can“, der zweite Teil des Namens, bedeutet im orientalischen Sprachraum Seele. Laut Porsche soll damit der Porsche-Spirit und ein Gefühl von Freiheit hervorgerufen werden. Laut Aussendung orientierte man sich bei der Namenswahl auch an positiven Gefühlen – so bedeutet „Taikan“ in Japan zum Beispiel so viel wie „körperliches Erlebnis“.

600 Namensideen

Gedauert hat der Findungsprozess rund eineinhalb Jahre. Experten erarbeiteten 600 Ideen, die in 23 Sprachen von je zwei Muttersprachlern nach Klang und Bedeutung begutachtet wurden. So wollte Porsche unangenehme und unpassende Assoziationen ausschließen. Zudem prüften Juristen mögliche Markenrechtsverletzungen, revidierten Namen und lokalisierten Rechteinhaber.

Dass Tesla-CEO Elon Musk trotzdem Grund für Lästereien fand, war den Experten wohl nicht klar. Nach der aufwendigen Präsentation des neuen Modells kommentierte Musk gewohnt ironisch, dass die Stuttgarter gar nicht wissen würden, was der Zusatz „Turbo“ wortwörtlich bedeutet. Musk spielt damit auf die eigentliche Bedeutung des Zusatzes „Turbo“ im Auto-Jargon an. Denn damit sind in der Regel gewöhnliche Verbrennungsmotoren gemeint, die es bei Elektroautos gar nicht gibt.

Porsche erklärte ebenfalls, welche Bedeutung die Namen der anderen Modelle haben. So steht der Boxter für Roadster und Boxermotor, der Cayman für Bissigkeit und Agilität und der Cayenne für Schärfe. Der Macan soll Geschmeidigkeit, Kraft, Faszination und Dynamik vereinen, während der Panamera an das mexikanische Rennen Carrera Panamericana erinnern soll.

In der Bildergalerie sehen Sie, wie sich der Name des Taycan zusammensetzt.

Sehen Sie alle Infos über den neuen Porsche Taycan im Video: