Komüka-Kleinkunst in Korntal-Münchingen Ein kulturelles Forum für die ganze Stadt

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Seit 22 Jahren organisiert der Verein Komüka einen Abend mit Gesang, Zauberei und Jonglage. Er ist auch ein Projekt, das alle Ortsteile miteinander verbinden soll.

Der Magier Lutz Fischer versucht sich  im Münchinger Widdumhof in Gedankenlesen, unter anderem bei Bürgermeister Joachim Wolf (rechts). Foto: factum/Granville 13 Bilder
Der Magier Lutz Fischer versucht sich im Münchinger Widdumhof in Gedankenlesen, unter anderem bei Bürgermeister Joachim Wolf (rechts). Foto: factum/Granville

Korntal-Münchingen - Vorhang auf, Licht an, und die Talente rauf auf die Bühne! Und wie fast immer ist der Komüka-Abend im Münchinger Widdumhof bis auf den letzten Platz ausverkauft, knapp 300 Zuschauer sind wieder gekommen. Der Kleinkunstabend ist inzwischen überregional so bekannt, dass die Macher kaum noch Werbung machen müssen. So gibt es am Samstag erneut ein hochkarätiges Programm vom Stuttgarter Liedermacher Matthias Möhring über eine fetzige Hip-Hop-Show der Schülergruppe „Blackprint“ bis zu perfekter Jonglierkunst von Marian Mey.

Auch der preisgekrönte Clown Calvero kommt gerne ins Strohgäu. Das Publikum stimmt ab und wählt am Ende eine professionell aufgezogene Rope-Skipping-Show auf Platz eins. Früher hätte man Seilhüpfen dazu gesagt. Die jungen Leute haben es schon zur Vize-Weltmeisterschaft gebracht und Jilian Kilgus hat einen Europa-Rekord aufgestellt: 500 Mal in drei Minuten mit dem rechten und 500 Mal mit dem linken Bein durchs Seil hüpfen.

Das Video dazu hier.

Der Bürgermeister kann lesen und schreiben

Es ist die Mischung verschiedener Kunstgenres, die beim Publikum seit über zwei Jahrzehnten gut ankommt. Am unterhaltsamsten ist der Auftritt des Magiers Lutz Fischer, der drei Zuschauer auf die Bühne bittet: „Sie sollten lesen und schreiben können.“ Er suchte sich – unwissend – den Bürgermeister Joachim Wolf aus, der immerhin einen Doktortitel innehat und daher die Kriterien erfüllen dürfte. Lutz Fischer übt sich im Gedankenlesen und errät sowohl auf Zettel geschreibene Namen als auch herausgesuchte Karten.

Ella Hornung betrachtet all dies mit einer gewissen Zufriedenheit. Sie steht mit 86 Jahren immernoch dem Verein Komüka vor, den sie vor 22 Jahren gegründet hat. „Damals wurde das Geld für Kultur im Gemeinderat gestrichen“, erinnert sie sich, „da haben wir einfach gesagt: Wir machen das selbst.“

Ganz klein fing es an, und wurde immer größer und professioneller. Inzwischen hat ein Vereinsmitglied eine hochwertige Lichtanlage gekauft, der Ton wurde verbessert und die Auswahl an Künstlern über die Jahre immer anspruchsvoller. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Organisator Rolf Spinner, der vor allem bei der Technik alle Fäden in der Hand hält. Doch Ella Hornung geht es nicht nur um gute Unterhaltung, die ehemalige Gemeinderätin sieht Komüka auch als ein gesamtstädtisches Projekt. Schließlich setzt sich der Name aus den drei Stadtteilen Korntal, Mücnhingen und Kallenberg zusammen. „Wir sind der einzige gesamtstädtische Verein“, sagt sie ein wenig stolz. Und auch die Mitglieder kommen aus allen drei Orten.

Carolin und Helena Wieser begeistern

Nicht nur die großen Künstler bekommen eine Bühne sondern auch junge Talente. Besonders begeistern Carolin und Helena Wieser, die zunächst mit Mozart an Flügel und mit Flöte lauten Beifall erhalten. Nach der Pause singen sie mit ihren acht und neun Jahren einen Song von Helene Fischer: „Ich seh noch heut’ das kleine Mädchen, das ich mit sieben war. Da war mein kleines Kinderzimmer, groß wie Amerika.“ Glaubwürdiger wurde diese Zeilen wohl noch nie interpretiert.

Am Ende kommen wie immer alle Künstler noch einmal auf die Bühne. Die Stimmung ist ausgelassen – die Stadtgesellschaft weiß, was sie an Komüka hat, und sie weiß dies auch zu schätzen.




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