KommentarKonfetti-Verbot in Stuttgart Spaß muss sein

Von Armin Friedl 

Stuttgart hat sich für ein Konfetti-Verbot entschieden. Zum Fachingsumzug gehören die Papierschnipsel aber dazu, meint unser Redakteur Armin Friedl.

Konfetti ist in Stuttgart beim Fasching künftig verboten. Foto: dpa
Konfetti ist in Stuttgart beim Fasching künftig verboten. Foto: dpa

Stuttgart - Humor zu machen ist bekanntlich eine sehr ernste, schwierige und gewissenhafte Angelegenheit. Die Stuttgarter Karnevalisten können davon ein Lied singen: Abseits der närrischen Hochburgen gelegen, ist die Resonanz auf ihre Aktivitäten doch immer noch steigerungsfähig. Mit dem Konfettiverbot vor dem Neuen Schloss liefert das Land jetzt aber eine Steilvorlage in Sachen Humorlosigkeit: Jetzt wird auch noch das Werfen von Papierschnipsel reguliert. Da fehlt ja eigentlich nur noch die Schunkelverordnung.

Humor ist eine ernste Sache

Also: Wie viel Spaß muss sein an Fasching, wie viel Ausgelassenheit gehört zu diesem Spaß, gerade, vor allem oder trotz allem in Stuttgart? Weil es eben mit dem Humor und dem Spaß so eine ernste Sache ist, gehört zu solch einem Umzug in der Innenstadt nun mal sehr viel Vorbereitung, sehr viel Planung und nicht ein Verbot vier Wochen vor der Veranstaltung. Dass das Land historische Pflastersteine und Blumenbeete vor dem Neuen Schloss schützen will, ist ehrenwert. Doch dies muss sinnvoll eingebettet sein in den jeweiligen Charakter einer Veranstaltung, ohne dies zu konterkarieren. Und im Falle eines Faschingsumzugs gehört dazu nun mal der Konfettiregen.

Müll soll erst gar nicht entstehen

Dies gelingt ja auch bei den zahlreichen anderen Veranstaltungen rund ums Neue Schloss im Jahreslauf, sei es Stadtfest, Jazz Open oder viele andere. Auch da fällt allerlei Müll an, der entsorgt werden muss oder der nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen soll. Dafür gibt es inzwischen viele ausgefeilte Entsorgungs- beziehungsweise Vermeidungskonzepte, die vor allem eines zum Ziel haben: Die Menschen sollen sich möglichst ungestört erfreuen und angemessen feiern an diesen Events ihrer Wahl.

armin.friedl@stzn.de