Konflikt im Irak Düstere Prognose
Die USA und der Iran pokern hoch. Das könnte den ganzen Nahen Osten in Brand setzen, meint Martin Gehlen.
Die USA und der Iran pokern hoch. Das könnte den ganzen Nahen Osten in Brand setzen, meint Martin Gehlen.
Tunis - Im Nahen Osten beginnt das neue Jahrzehnt, wie das alte endete – mit Chaos und Gewalt, mit Luftangriffen und Todesopfern. Im Norden Syriens verbreiten russische Kampfjets Angst. Auf dem Schlachtfeld in Libyen braut sich der nächste internationale Stellvertreterkrieg zusammen. Im Irak droht nach dem spektakulären Angriff auf die US-Botschaft ein Showdown zwischen den Erzfeinden Washington und Teheran. Beide Seiten pokern hoch – und haben viel zu verlieren. Trump will im Wahlkampf damit punkten, er habe seine Soldaten aus dem nahöstlichen Morast nach Hause geholt. Zugleich aber gäbe er damit amerikanischen Einfluss preis und öffnete in Europas Nachbarregion neue Spielräume für die Ambitionen von Moskau und Peking.
Sein iranischer Widersacher, der 80-jährige Ali Khamenei, will eine Nation hinterlassen, deren hegemoniale Vormacht unangefochten ist. Seit den Massenprotesten in Libanon und Irak jedoch weht Teheran der Wind scharf ins Gesicht. Die arabischen Völker haben das Treiben der schiitischen Milizen satt. Entsprechend düster sind die Prognosen: Die Erosion des nahöstlichen Staatengefüges wird fortschreiten. Und ein Ende ausländischer Interventionen ist nicht in Sicht.