Konflikt um Schorlau-Krimi Keine Danksagung erwünscht

Von red 

Am 5. März erscheint Wolfgang Schorlaus neuer Krimi „Der freie Hund“, der in Venedig spielt. Eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg folgt einer Forderung der Autorin und Italien-Expertin Petra Reski, die Einwände gegen das Buch hat.

Der Autor Wolfgang Schorlau versteht die aktuellen Vorwürfe gegen seine Arbeit nicht. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky
Der Autor Wolfgang Schorlau versteht die aktuellen Vorwürfe gegen seine Arbeit nicht. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Stuttgart - Gegen den neuen Kriminalroman des Stuttgarter Autors Wolfgang Schorlau, „Der freie Hund“, der am 5. März beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen soll und gemeinsam mit dem italienischen Koautor Claudio Caiolo entstanden ist, hat das Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erlassen. Das Buch darf nicht die geplante Danksagung an die in Italien lebende Autorin und Journalistin Petra Reski enthalten, eine ausgewiesene Mafia-Expertin.

„Der freie Hund“ erzählt kein weiteres Abenteuer von Schorlaus Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler, sondern führt eine neue Hauptfigur ein, den sizilianischen Commissario Morello. Im Zuge ihrer Recherchen haben Schorlau und Caiolo Petra Reski in Venedig besucht. Reski wirft dem Krimi des Duos nun vor, er plündere hemmungslos ihre eigene Arbeit – und das noch so fehlerhaft, dass sie ihren Namen keineswegs mit dem Ergebnis­ auch nur via Danksagung in Verbindung gebracht haben möchte.

Große Bewunderer von Reski

„Die einstweilige Verfügung ist für mich ein Rätsel“, sagt Wolfgang Schorlau auf Nachfrage. „Wir hatten ein wahnsinnig nettes Gespräch in Venedig. Claudio und ich sind große Bewunderer von Petra Reskis Arbeit und haben deshalb eine Figur nach ihr benannt, das war als Hommage und Verbeugung gedacht.“ Er habe Reski das Manuskript im August 2019 geschickt und zunächst „nichts gehört“. Dann sei ein Anwaltsschreiben gekommen: „Wir haben die Danksagung entfernt und die Figur umbenannt. So wie unser Umgang war, hätte dafür ein Anruf auch genügt.“

Den Vorwurf fehlerhafter Recherche weist Schorlau zurück: „In diesem Buch enthüllen wir ja keine Geheimnisse, alles was drinsteht, kann jeder mit ein paar Klicks im Internet nachprüfen.“

In einer ersten Fassung dieses Texts stand im Vorspann, dass die Autorin „das Buch nicht mag“. Gegen diese Formulierung wendet sich Petra Reski auf Facebook.

Reski schreibt: „Der Gerichtsbeschluss folgt nicht einem Geschmacksurteil, sondern dem Missbrauch meines Persönlichkeitsrechts, weil der Rezipient ‚aufgrund der fraglichen Textpassagen annimmt, dass die Antragstellerin hinter dem Buch stehe und mit der Nennung ihres Namens einverstanden sei‘. Die Danksagung erweckt ebenso falsch wie beabsichtigt den Eindruck, dass ich mit dem Duo Schorlau/Caiolo zusammengearbeitet hätte, und das ausgiebigst. Ich möchte nicht mit einem ‚Werk‘ in Verbindung gebracht werden, das außer dem von mir übernommenen Material voller haarsträubender Fehler steckt, was darauf hinweist, dass die ‚Recherche‘ den Namen nicht verdient, weil sie nur aus ‚ein paar Klicks im Internet‘ bestand, nämlich Klicks in meinen Blog.“

Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo stellen „Der freie Hund“ am Mittwoch, 4. März, um 19.30 Uhr im Hospitalhof vor.