Konflikt um Stuttgart 21 Zeltstadt wird erst bei Baubeginn geräumt

Von StZ 

Die Jugendoffensive gegen Stuttgart 21 ruft zum Protest auf. Polizei und Bahn arbeiten an einem Sicherheitskonzept für künftige Einsätze.

Die Tage der Zeltstadt im Schlossgarten sind gezählt: Sobald hier Rohre verlegt werden, wird das Areal geräumt. Foto: Steffen Honzera 2 Bilder
Die Tage der Zeltstadt im Schlossgarten sind gezählt: Sobald hier Rohre verlegt werden, wird das Areal geräumt. Foto: Steffen Honzera

Stuttgart - Eigentlich hätte die Protestaktion der Jugendoffensive gegen Stuttgart 21, deren Ankündigung in der vergangenen Woche viel Aufregung und Diskussionen verursacht hatte, schon einige Tage früher stattfinden sollen. Geplant war, alle Schüler am ersten Tag der Sommerferien zur Blockade der Baustelle im Schlossgarten aufzurufen. "An diesem Donnerstag hatte aber schon eine andere Gruppe eine Aktion angekündigt", so eine Sprecherin der Jugendoffensive. "Daher mussten wir den Termin verschieben."

Stattdessen wollen sich die Jugendlichen am Dienstag nach einer gemeinsamen Übernachtung vor der Baustelleneinfahrt zum Grundwassermanagement der Bahn versammeln, um gegen das "utopische Bauprojekt namens Stuttgart 21" zu protestieren. Gegen die Vorwürfe seitens der Politik und auch der Projektgegner, dass der auf Facebook veröffentlichte Aufruf einer Aufforderung zu Straftaten gleichkomme und Kinder instrumentalisiert würden, wehrten sich die Verantwortlichen am Montag noch einmal deutlich. Man habe ausdrücklich zu einem friedlichen Protest aufgerufen und halte sich an den verabschiedeten Konsens, der gewaltfreie Aktionen des zivilen Ungehorsams festschreibe, so die Sprecherin. "Wir werden nichts tun, was eine Eskalation herbeiführen kann."

Die Polizei beobachtet

Mit einer Zuspitzung der Situation wäre zu rechnen, wenn auf dem Areal des Grundwassermanagements gearbeitet und Material angeliefert wird - was am Dienstag aber offenbar nicht der Fall ist. "In diesem Bereich sind in dieser Woche keinerlei Arbeiten vorgesehen", erklärte am Montag jedenfalls ein Sprecher des Kommunikationsbüros der Bahn. Für die Einsatzkräfte der Polizei entfiele damit zunächst auch ein Grund, um einzugreifen.

"Wenn niemand beeinträchtig wird, liegt auch keine Blockade vor", sagte der Polizeisprecher Stefan Keilbach, der am Montag dennoch davor warnte, "sich an strafbaren Handlungen wie einer Nötigung zu beteiligen". Die Polizei werde die Aktion genau beobachten und situationsbezogen entscheiden, ob man die Protestierer gewähren lassen könne oder nicht, so Keilbach. Um eine mögliche Eskalation von vornherein zu verhindern, sei für alle Fälle auch das Antikonfliktteam vor Ort.