Politik: Christoph Link (chl)

Mit dem Internet ändert sich auch das Gesundheitswesen – den Weg zum Doktor könnte man sich vielleicht sparen: Per SMS, Videochat oder über Whatsapp können Ärzte auch den Patienten beraten, wenn die daheim sind. Mit E-Health – so wird das System genannt – ist sogar eine Diagnose möglich. Weltweit wird daran intensiv geforscht. Ein Neurobiologe aus Stockholm hat eine App für Prostatakrebspatienten entwickelt, die in der Strahlentherapie sind – über Smartphone melden sie damit täglich von zu Hause ihren Gesundheitszustand. Haben sie Schmerzen, wird per App ein ärztlicher Ratschlag erteilt. Die große Frage bei all diesen elektronischen Ratschlägen ist: Kann man dem E-Doktor vertrauen?

Zukunftsmusik ist auch, was derzeit als Projekt Sphere in Großbritannien läuft: Mit Kameras und digitalen Gesundheitsbändern werden Menschen zuhause überwacht – Essgewohnheiten, die Einnahme von Medikamenten, Schlafzeiten und Zustände von Depression oder Nervosität werden aufgezeichnet und einer medizinischen Zentrale gemeldet. Diese kann aufgrund der Datenanalyse Erkrankungen vorhersagen oder bei Stürzen rasch Hilfe schicken. Ein weites Feld ist die Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe durch die synthetische Biologie, ein Wissenschaftsgebiet an der Grenze zwischen Mikrobiologie, Chemie und Ingenieurwissenschaften – eine revolutionäre Disziplin, heißt es in Manchester

Mit dem Internet ändert sich auch das Gesundheitswesen – den Weg zum Doktor könnte man sich vielleicht sparen: Per SMS, Videochat oder über Whatsapp können Ärzte auch den Patienten beraten, wenn die daheim sind. Mit E-Health – so wird das System genannt – ist sogar eine Diagnose möglich. Weltweit wird daran intensiv geforscht. Ein Neurobiologe aus Stockholm hat eine App für Prostatakrebspatienten entwickelt, die in der Strahlentherapie sind – über Smartphone melden sie damit täglich von zu Hause ihren Gesundheitszustand. Haben sie Schmerzen, wird per App ein ärztlicher Ratschlag erteilt. Die große Frage bei all diesen elektronischen Ratschlägen ist: Kann man dem E-Doktor vertrauen?

Zukunftsmusik ist auch, was derzeit als Projekt Sphere in Großbritannien läuft: Mit Kameras und digitalen Gesundheitsbändern werden Menschen zuhause überwacht – Essgewohnheiten, die Einnahme von Medikamenten, Schlafzeiten und Zustände von Depression oder Nervosität werden aufgezeichnet und einer medizinischen Zentrale gemeldet. Diese kann aufgrund der Datenanalyse Erkrankungen vorhersagen oder bei Stürzen rasch Hilfe schicken. Ein weites Feld ist die Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe durch die synthetische Biologie, ein Wissenschaftsgebiet an der Grenze zwischen Mikrobiologie, Chemie und Ingenieurwissenschaften – eine revolutionäre Disziplin, heißt es in Manchester

Stadt – intelligent und grün

Rund 70 Prozent der Menschheit wird 2050 in Städten leben – ein Albtraum angesichts verstopfter Straßen mit Feinstaub und Smog? Nicht unbedingt, denn längst wird die „Smart City“ erprobt, die intelligente Stadt, die Energieverbrauch und Verkehr steuert. In Kopenhagen werden testweise an Laternenpfählen Sensoren installiert, die Daten über Lärm, Schmutz und Gefahrenlagen wie Terror oder Überflutung melden – und Reaktionen ermöglichen, etwa Straßensperrungen. Die dänische Hauptstadt wird 2025 ohne fossile Brennstoffe auskommen, ein ambitioniertes Ziel, das viele Städte weltweit verfolgen. Kürzlich waren US-Bürgermeister da, sie waren begeistert.

Unsere Haushalte werden ihre Abfälle und Abwasser in Biogasanlagen speisen, die dort erzeugte Energie wird Wärme und Strom liefern – Ölbrenner ade. Überschüssige Energie geht an die in luftigen Carports stehenden Elektroautos. Die werden zu Stromspeichern, aber sie gehören einem nicht unbedingt: Teilen ist angesagt, Car-2- go. Und: Bauernhöfe kommen in die Stadt. „Wir haben urbane Landwirtschaft schon in Toronto, New York und Detroit“, sagt Michael Hardman von der britischen Salford-Universität. In Treibhäusern oder auf Dachterrassen werden Bioprodukte angebaut – örtlich erzeugte Nahrung sei voll in Mode. Und so verschwimmen die Grenzen zwischen Stadt und Land.

Ernährung – Algen statt Fleisch

Wie werden wir kochen, was werden wir essen? Das sogenannte Internet der Dinge – die Vernetzung von Geräten – zieht in die Privathaushalte ein. „Den Heißwasserkessel oder andere Küchengeräte werden wir per Smartphone steuern – übers Internet“, sagt der IT-Experte Matt Lewis. Die Firma Bosch erwartet, dass bis 2022 rund 14 Milliarden Elektrogeräte vernetzt sein werden.

Was auf den Teller kommt, das ist eine andere Frage. Weltweit geht es mit dem steigenden Fleischkonsum so nicht weiter, das sagen alle Forscher. Allein die Chinesen verzehren 500 Millionen Schweine im Jahr – die Folgen für Klima, Umwelt und Antibiotika-Resistenzen sind immens. Und bei einer wachsenden Weltbevölkerung ist der hohe Fleischkonsum unverantwortlich. Wir werden proteinhaltige Algen verzehren – das tun andere schon seit Jahrhunderten, etwa die Asiaten und die Bauern in Wales. Auch Insekten könnten in Burgern wohlschmeckend aufgetischt werden, wahrscheinlicher ist, das sie bei der Fütterung von Geflügel oder Fisch sinnvoller eingesetzt werden. „Die Leute wollen sauberes Essen“, sagt John O‘Brien Wissenschaftler im Dienste von Nestlé. Transparenz ist wichtig, schon jetzt gibt es Food-Scanner im Taschenformat, eine Art Spektrometer, die etwa Allergene aufspüren. Und es gibt Food-Schnüffler, welche die Frische eines Produkts analysieren.

Biorhythmus – 24-Stunden-Leben

In Millionen von Jahren hat sich der menschliche Körper an den Tag-Nacht-Rhythmus und an die nächtliche Erholungsphase gewöhnt. Mit der Globalisierung und Digitalisierung ändert sich die Taktung des Tages – wir leben in einer 24-Stunden-Gesellschaft, jetten über die Zeitgrenzen hinweg. Richtig dunkel ist es nie. Schlafforscher tüfteln daran, wie man den Folgen – etwa mehr Herzerkrankungen und Übergewicht – entgegenwirken kann. Zum einen werden persönliche Biorhythmen ermittelt, die vorhersagen, wie die Biouhr tickt, wann Nahrungs- oder Medikamentenaufnahme am wirksamsten ist, wann wir am leistungsfähigsten sind. Dies kann zum Bespiel helfen, die persönliche Unfallgefahr zu senken.

Neu entwickelte Apps werden uns sagen, wie wir uns an den 24-Stunden-Rhythmus anpassen können, etwa mit leichter Nahrungsaufnahme in der Nachtschicht. Und bei Tierversuchen in Großbritannien werden Medikamente erprobt, welche die Folgen der Schichtarbeit mildern sollen. Till Roenneberg von der LMU-Universität in München sieht aber weniger in Medikamenten als in einer flexibleren Gesellschaft eine Lösung: „Wir haben global gesehen eine 24-Stunden-Sieben-Tage-Woche.“ Wenn jemand erst um 9.30 Uhr mit der Arbeit beginnen möchte, weil sich erst dann sein Leistungsspektrum entfalte, dann dürfe der nicht als faul gelten.

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