Kongress und Gegendemo Crash im Saal, Rangelei vor der Halle

Von Thomas Krämer 

Die im Vorfeld umstrittene Veranstaltung des Rottenburger Kopp-Verlags führt zu einem Handgemenge zwischen Polizisten und Demonstranten.

Rund 50 Demonstranten protestierten am Samstag gegen die Veranstaltung des Kopp-Verlags in der Filderhalle. Dabei kam es zu Rangeleien mit der Polizei, bei denen sich einer der Demonstranten eine blutende Wunde am Kopf zuzog. Foto: Thomas Krämer
Rund 50 Demonstranten protestierten am Samstag gegen die Veranstaltung des Kopp-Verlags in der Filderhalle. Dabei kam es zu Rangeleien mit der Polizei, bei denen sich einer der Demonstranten eine blutende Wunde am Kopf zuzog. Foto: Thomas Krämer

Leinfelden - Anfang Januar hatten Oberbürgermeister Roland Klenk und Filder­hallen-Geschäftsführer Nils Jakoby versichert, die umstrittene Veranstaltung des Kopp-Verlags werde nicht stattfinden. Eine Woche später dann die Kehrtwende. Jakoby verkündete, dass man doch gezwungen sei, dem Verlag die Halle für den Kongress mit Vorträgen zum Thema „Europa vor dem Crash“zur Verfügung zu stellen.

69 Euro Eintritt mussten die Teilnehmer bezahlen, um Redner wie Karl Albrecht Schachtschneider, Udo Ulfkotte oder Wilhelm Hankel sowie die Moderatorin Eva Herman hören zu können – die von vielen als rechtspopulistisch bezeichnet werden. Immerhin verweist auch die NPD auf Autoren des Kopp-Verlags.

Im Vorfeld hatten daher linke und antirassistische Organisationen zu Protesten gegen die Veranstaltung aufgerufen. „Wir demonstrieren gegen faschistisches Gedankengut, hier sind nicht nur Nazis, sondern auch viele Verblendete“, so einer der Demonstranten von der Gruppierung No Racism Stuttgart. Veranstaltungsteilnehmer, die ebenerdig in die Halle kamen, wurden von Sprechchören begleitet und mussten an Plakaten vorbei, auf denen auf das Gedankengut der Redner hingewiesen wurde. Sogar einige Diskussionen zwischen Veranstaltungsteilnehmern und Demonstranten entspannten sich.

Temperaturen von minus 15 Grad Celsius kühlen die Gemüter – sollte man denken. Doch dann kam es doch zu einigen Rangeleien zwischen der Polizei und Demonstranten der linken Szene. Während Autos aus allen Ecken der Republik in die Tiefgarage fuhren, versammelten sich oben am Eingang zur Halle mehr und mehr Gegner der Veranstaltung. Die Polizei, die Anfangs mit rund einem Dutzend Beamten vor der Filder­halle zugegen war, verwies die in der Mehrzahl dem linksautonomen Lager zuzurechnenden rund 50 Demonstranten aus dem Eingangsbereich auf den Fußweg neben die Halle. Dort kam es dann zu einer ersten Rangelei mit den Polizeibeamten.

Dann verlagerte sich das Geschehen direkt vor den Eingang der Filderhalle. Während die Demonstranten geschlossen an die Tür heranrückten, versuchten die Polizisten den Zugang freizuhalten. Die letzten nun eintreffenden Zuhörer wurden unter Polizeischutz zur Veranstaltung in die Filderhalle gelotst.

Erneut eskalierte die Situation, einer der herandrängenden Demonstranten landete nach einer Rangelei mit einem Polizisten schwungvoll an der Wand und erlitt dabei trotz seiner Mütze eine blutende Kopfverletzung.

Kurz darauf fuhren weitere Einsatzfahrzeuge vor, Hunde wurden eingesetzt. Langsam beruhigte sich jedoch die Situation wieder. Am Mittag crashte nur noch Europa im Saal, vor der Halle war es friedlich und die Demonstration zu Ende.

Das Fazit der Polizei: Ein Einsatz ohne besondere Vorkommnisse.




Veranstaltungen