Konjunktur in Baden-Württemberg Die USA bleiben der wichtigste Handelspartner

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Die Vereinigten Staaten sind unangefochten die Nummer eins unter den Zielländern für Ausfuhren aus Baden-Württemberg. Im ersten Halbjahr 2013 bauten die USA ihre Position als wichtigster Handelspartner sogar noch einmal um 2,5 Prozent auf ein Volumen von neun Milliarden Euro aus. Das teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mit. Die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart erwartet weitere Wachstumsimpulse für die Handelsbeziehungen mit den USA. Grund zum Optimismus liefern laut IHK-Präsident Georg Fichtner die Anfang Juli aufgenommenen Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Rückläufig sind dagegen die Exporte von Industrieprodukten aus dem Südwesten in andere wichtige Märkte. Zwar konnte Frankreich die Schweiz von Platz zwei verdrängen, aber nur deswegen, weil die Eidgenossen einen noch stärkeren Rückgang an Importen aus Baden-Württemberg verzeichneten als die Franzosen. Beide Länder importierten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum (Schweiz minus 13,9 Prozent, Frankreich minus 5,5 Prozent). Deutlich brach auch der Wert der Exporte aus Baden-Württemberg nach China ein: Die Volksrepublik belegt als wichtigster Impulsgeber im asiatischen Raum nach einem starken Rückgang der Ausfuhren um gut 22 Prozent nur noch Rang fünf. Die Niederlande zogen trotz eines leichten Minus an China vorbei.

Knapp zwei Drittel der Exporte gehen ins europäische Ausland

Positiv entwickelten sich dagegen die europäischen Handelspartner Vereinigtes Königreich, Polen, Ungarn und die Türkei. Nach wie vor gehen knapp zwei Drittel der baden-württembergischen Exporte (gut 56 Milliarden Euro) in das europäische Ausland, jedoch verringerten sich die Ausfuhrwerte im ersten Halbjahr 2013 mit minus 4,7 Prozent deutlich. Die Exporte in die EU sanken ebenfalls – um 3,7 Prozent auf 44 Milliarden Euro. In Asien (minus 7,9 Prozent) legten – entgegen dem Gesamttrend – die Ausfuhren in die Asean-Staaten (unter anderem Thailand, Indonesien und die Philippinen) um 9,5 Prozent spürbar zu. Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei den Exporten nach Südkorea aus (plus 14 Prozent).

Auch die Einfuhren nach Baden-Württemberg sind im ersten Halbjahr deutlich geschrumpft. Der Südwesten importierte Waren im Wert von 68,5 Milliarden Euro, was einem Minus von 5,6 Prozent entspricht. Bundesweit gingen die Einfuhren im selben Zeitraum um 1,6 Prozent zurück.