Konjunktur Wirtschaft im Stimmungstief
Eine Rezession scheint unvermeidlich. Doch noch besteht Hoffnung, dass aus einem harten Winter keine Eiszeit wird, meint Wirtschaftsredakteurin Barbara Schäder.
Eine Rezession scheint unvermeidlich. Doch noch besteht Hoffnung, dass aus einem harten Winter keine Eiszeit wird, meint Wirtschaftsredakteurin Barbara Schäder.
Seit Wochen jagt eine Hiobsbotschaft die nächste: Die Industrieproduktion ist gesunken, die Kauflaune der Verbraucher auf einem Allzeittief, und aufwärts geht es nur mit den Gas- und Stromkosten. Kein Wunder, dass viele Unternehmen für den Winter schwarzsehen: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist auf den tiefsten Stand seit Mai 2020 gefallen, als der erste Corona-Lockdown gerade erst zu Ende ging.
Die Lage ist ernst: Die hohen Energiekosten zwingen erste Betriebe zu Produktionskürzungen. Die Realeinkommen der Bürger sinken, einige wissen nicht, wie sie die steigenden Lebenshaltungskosten noch stemmen sollen.
Trotz alledem erwarten die meisten Ökonomen eine vergleichsweise milde Rezession. Die Prognosen für 2023 sagen überwiegend einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um ein bis zwei Prozent voraus. Zum Vergleich: 2020 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um vier Prozent.
Tatsächlich gibt es Grund zur Hoffnung, dass aus dem harten Winter keine Eiszeit wird: Seit Monatsbeginn ist der Börsenpreis für Gas gesunken, wenn er auch immer noch doppelt so hoch ist wie vor einem Jahr. Das spricht dafür, dass der Markt dank der Erschließung neuer Lieferquellen und des sinkenden Gasverbrauchs in der Industrie ein neues Gleichgewicht findet.
Verbrauchern und Unternehmen drohen dennoch hohe Nachzahlungen, weil die Versorger den Anstieg der Beschaffungspreise in den vergangenen Monaten noch gar nicht vollständig an ihre Kunden weitergegeben haben. Gezielte Entlastungen oder eine Gaspreisbremse bleiben daher bitter nötig. Nur so können die größten Härten für Haushalte mit niedrigen Einkommen und eine Insolvenzwelle vermieden werden.