Kontrolle in Stuttgart Der Hund im Gepäck ist oft illegal

Von Lena Hummel 

Die Zahl der unerlaubt eingeführten Haustiere im Raum Stuttgart in den letzten Jahren gestiegen. Veterinäramt und Hauptzollamt gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Der  Gedanke, ein Tier nach Hause mitzunehmen, das einem im Urlaub begegnet, mag oft gut gemeint sein, kann aber ungewollte Probleme nach sich ziehen. Foto: dpa
Der Gedanke, ein Tier nach Hause mitzunehmen, das einem im Urlaub begegnet, mag oft gut gemeint sein, kann aber ungewollte Probleme nach sich ziehen. Foto: dpa

Stuttgart - Immer wieder verlieben sich Urlauber in Hund oder Katz – und entscheiden, die Tiere mit nach Hause zunehmen. Vor allem Straßenhunde seien beliebt, sagt Jeanette Pichler vom Stuttgarter Veterinäramt.

Oft ist die Einfuhr illegal, selbst innerhalb der EU gelten strenge Vorschriften: Heimtierausweis, Tollwutimpfschutz, Mikrochip. Für Tiere aus einem Nicht-EU-Land sind die Regelungen teils noch strikter.

Vor Kurzem landete ein Passagier am Stuttgarter Flughafen. Im Gepäck hatte er einen Welpen aus Albanien. Einreisen durfte das Tier nicht. „Weil es zu jung war zum Impfen“, sagt Stefanie Bernthaler, Pressesprecherin des Hauptzollamts Stuttgart – und so die nötigen Einreiseregelungen nicht erfüllte.

Strenge Vorschriften in der EU

Innerhalb der EU ist die Kontrolle schwierig: Wegen des Schengener Abkommens, das die Abschaffung innereuropäischer Grenzkontrollen regelt, reisen Tiere oft unbemerkt. Auch am Flughafen muss die Einfuhr aus einem EU-Land in ein anderes nicht beim Zoll gemeldet werden.

Wie viele Tiere jährlich illegal einreisen, kann Pichler nur schätzen: „Die Zahl der Fälle, die uns im Raum Stuttgart bekannt ist, liegt im zweistelligen Bereich.“ Trotzdem, da sind sich Pichler und ihr seit 30 Jahren bei der Dienststelle beschäftigter Kollege einig, hätten die Vorfälle in den letzten Jahren zugenommen.

Dettenhauser Verein hilft größtem Tierheim der Welt

Es sei auch davon auszugehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. „Wir bekommen das nur dann mit, wenn die Tiere krank werden und zum Tierarzt müssen.“

Wie es legal geht, zeigt der Dettenhauser Verein Tierhilfe Hoffnung, der in Rumänien das größte Tierheim der Welt betreibt und seine Tiertransporte bei den zuständigen Veterinärämtern anmeldet. Jährlich vermittelt der Verein im Landkreis Tübingen zwischen 2000 und 2500 Hunde nach Deutschland, 2018 waren es 2167. Auch rund 300 Katzen bringt der Verein jährlich über die Grenze.

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