Polizei, Zoll und Lebensmittelkontrolleure haben in Fellbach und Kernen 50 Betriebe durchleuchtet – mit teils erschreckenden, teils ermutigenden Ergebnissen.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Der Rauch in den Shisha Bars war noch nicht verzogen, da standen schon die Kontrollteams in der Tür: Am Abend des 13. November rückten Beamte des Polizeireviers Fellbach, des Hauptzollamts Stuttgart sowie Lebensmittelkontrolleure des Landratsamts Rems-Murr-Kreis aus. Das Ziel: 50 Gaststätten, Spielhallen und Bars in Fellbach und Kernen (Rems-Murr-Kreis) – dort, wo oft viel Betrieb herrscht, aber nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht.

 

Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, lag das Augenmerk auf Brandschutz, Jugendschutz, Spielverordnung, Hygienevorschriften und illegaler Beschäftigung. Das Ergebnis ist nicht gut, stimmt die Kontrolleure aber dennoch ein wenig optimistisch: Zwar wurden insgesamt immerhin noch 105 Verstöße festgestellt, doch im Vergleich zum Vorjahr mit 151 Mängeln zeigt sich ein positiver Trend.

Gefährliche Mängel: Fehlende Feuerlöscher und Fluchtwege

Am häufigsten fielen Verstöße in Sachen allgemeine Ordnung auf: 61 Mal wurden fehlende Feuerlöscher, versperrte Fluchtwege oder unvollständige Speisekartenaushänge dokumentiert – Details, aber zum Teil mit großem Gefahrenpotenzial, sollte der Notfall eintreten.

Hinzu kamen 21 Beanstandungen bei der Lebensmittelhygiene. Unzureichend gereinigte Arbeitsflächen oder falsch gelagerte Waren wie rohes Fleisch waren keine Seltenheit. In manchen Küchen möchte man wohl lieber kein zweites Mal hinter die Theke schauen.

Zoll deckt elf Gesetzesverstöße in Betrieben auf

Der Zoll stieß auf elf Fälle von Gesetzesverstößen: Von fehlenden Stundenaufzeichnungen über Verstöße gegen das Mindestlohngesetz bis hin zum Verdacht der Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen. Kurz gesagt: Wer arbeitete wie viel und zu welchem Lohn? Das blieb in manchen Betrieben undurchsichtig.

In zwölf Fällen wurde gegen die Spielverordnung verstoßen. Zum Beispiel durch Automaten ohne vorgeschriebene Kennzeichnung oder Gäste, die gleichzeitig an mehreren Geräten spielten – ein Regelverstoß, der oft aus reiner Gewinnmaximierung toleriert wird.

Auch der Jugendschutz stand im Fokus: Zwar werden hierzu in der Meldung keine konkreten Zahlen genannt, doch allein die Präsenz der Kontrollteams zeigt, dass das Thema nicht auf die leichte Schulter genommen wird. Wo Automaten blinken und Alkohol fließt, ist das Risiko für Minderjährige besonders hoch.

Regelmäßige Kontrollen zeigen Wirkung, mahnen aber zur Wachsamkeit

Trotz aller Mängel: Die Bilanz ist besser als im Vorjahr. Der Einsatzleiter des Polizeireviers Fellbach bewertet das als Zeichen, dass regelmäßige Kontrollen Wirkung zeigen. Gleichzeitig mahnt er zur Wachsamkeit: „Die Ergebnisse dieser Kontrolle unterstreichen die Wichtigkeit regelmäßiger Überprüfungen, um die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten.“

Wie die Polizei mitteilt, soll die Zusammenarbeit zwischen den Behörden weiter intensiviert werden. Denn was oberflächlich nach einem ganz normalen Kneipenabend aussieht, offenbart bei näherem Hinsehen oft eine Welt voller Schlupflöcher, Improvisation und vermeidbarer Risiken.