Konzept für den Campus in Ostfildern-Nellingen Der Schulhof soll schöner werden

Das Schulgelände soll Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten erhalten. Foto: /Peter Stotz

Der Gemeinderat Ostfildern beschließt die Neugestaltung der Freiflächen im östlichen Teil des Schulcampus Nellingen. Einen größeren Beitrag zum Klimaschutz versprechen sich die Gemeinderäte von mehr Bäumen und entsiegelten Flächen.

Das Areal des Schulcampus in Ostfildern-Nellingen ist seit Jahren von Bauarbeiten geprägt. Dabei wurden nicht nur die Gebäude der Gymnasien und der Realschule umgebaut und erweitert, sondern auch die Freiflächen umgestaltet. Dies soll nun fortgesetzt werden. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Außenanlagen östlich der Straße In den Anlagen neu zu gestalten. Der etwa 18 Monate dauernde Umbau soll im Oktober beginnen und etwa 1,9 Millionen Euro kosten.

 

Das geplante Bauvorhaben „Campus Ost“ bei der Realschule setzt die Umgestaltungen der Freianlagen im westlichen Teil des Schulzentrums Nellingen fort. Nachdem die Sanierung der Schulgebäude abgeschlossen ist, können jetzt die Freiflächen, Spielflächen und Schulhofbereiche erneuert werden, um den etwa 800 Schülern gut gestaltete Außenbereiche zu bieten. „Das wird zwar eine Stange Geld kosten, aber der Zustand des Gebiets rechtfertigt eine Sanierung“, sagte der Oberbürgermeister Christof Bolay bei der Vorstellung des Vorhabens in der Sitzung des Gemeinderats.

900 Quadratmeter Fläche sollen entsiegelt werden

Diese Einschätzung bestätigte Michael Striebeck, der Leiter des Fachbereichs Bauen und Immobilien. „Die Schulhofbereiche und Freiflächen sind sanierungsbedürftig und wir sehen zum Teil nicht mehr haltbare Zustände in der Verkehrssicherheit“, erklärte er. Zudem müsse der gesamte Bereich zur Minimierung des Starkregenrisikos ein neues Entwässerungskonzept mit Regenwasserrückhaltung erhalten. Angesichts des zu erwartenden Klimawandels werde mit der Neupflanzung von 29 Bäumen Wert auf Beschattung gelegt, 900 Quadratmeter Fläche sollen entsiegelt werden.

Zur Verbesserung der Qualität der Freiflächen sollen an der Nordseite der Riegelhof-Realschule große Bewegungsflächen mit Sport- und Spielangeboten eingerichtet werden. Daneben sollen Rasenstufen mit Sitzgelegenheiten auch Plätze für Lerngruppen unter Bäumen bieten. Der zum Kunstrasenplatz hin gelegene Spielbereich erhält als Bewegungsangebot für verschiedene Altersgruppen eine große doppelte Seilpyramide, Kletterwürfel und Trampoline. Der Quartiersspielplatz Adlerstraße bietet ein Angebot für Kleinkinder und dient auch als Rückhaltefläche bei Starkregen.

Nach Vorarbeiten wie der Verlegung einer Fernwärmeleitung im Sommer soll das Bauvorhaben etwa Ende Oktober starten und bis Februar 2024 erledigt sein. Gegenüber den ursprünglichen Schätzungen verteuern sich die Arbeiten wegen der Anforderungen des Starkregen-Risikomanagements und gestiegener Baukosten um 395 000 Euro auf nunmehr rund 1,9 Millionen Euro. Da die Planungen und die Finanzierung dieser Investition bereits im Vorfeld nichtöffentlich in den Ausschüssen ausführlich diskutiert worden waren, beschloss der Gemeinderat das Vorhaben einstimmig.

Grüne regen die Einrichtung von Trinkwasserspendern an

„Wir sehen dringenden Handlungsbedarf. Der Schulhof ist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, es gibt keine Sitzgelegenheiten und kaum Spielmöglichkeiten“, begründete Petra Hönschel-Gehrung, die Vorsitzende der Fraktion der Freien Wähler, deren Zustimmung.

Auch Jürgen Kleih (Grüne) begrüßte im Namen seiner Fraktion die Planungen. Insbesondere die Pläne zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität, der Entwässerung und der Beschattung seien zu loben. „Mit den umfangreichen Baumpflanzungen wird den zukünftigen Klimaänderungen in guter Weise Rechnung getragen“, sagte Kleih und regte an, im Außenbereich einen Trinkwasserspender einzurichten. „Trinkwasserspender im öffentlichen Raum sind ein geeigneter Beitrag, um der Gefahr einer Dehydrierung bei Hitzewellen entgegen zu wirken. Dafür gibt es sogar Fördergeld“, erklärte Kleih.

Norbert Simianer, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, der selbst 40 Jahre lang als Lehrer an der Realschule tätig war, blickte auf Jahrzehnte voller Umbauarbeiten und Erweiterungen sowie längere Bauphasen zurück, die ihre Spuren hinterlassen haben. „Aus dem einst durchaus akzeptablen Schulhof mit viel Grün und Bewegungsmöglichkeiten ist eine immer unansehnlichere Fläche geworden“, erzählte er.

Nun denke er, dass „der grüne Schulhof eine Renaissance haben“ werde und angesichts des vorliegenden Konzepts „mit diesem letzten Schritt ein sehr langer und bisweilen mühseliger Prozess einen guten und erfolgreichen Abschluss findet“.

Der Campus Nellingen

Schulzentrum
 Auf dem Gebiet des Schulcampus Nellingen konzentrieren sich das Heinrich-Heine- und das Otto-Hahn-Gymnasium, die Riegelhof-Realschule und die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule. Außerdem steht dort die Stadthalle Kubino mit der Mensa für den Campus und der Stadtbibliothek. Im Süden schließt sich das Hallenbad an, im nordöstlichen Bereich finden sich Spiel- und Sportplätze und die Riegelhof-Sporthalle, im Westen die Sporthalle I.

Dauerbaustelle
 In den vergangenen Jahrzehnten hat der Schulcampus viele Umbauten und Erweiterungen erfahren. Auf einen Anbau an die Realschule im Jahr 1984 folgte in den 1990er-Jahren der Bau der Sporthalle, in den Jahren danach kamen viele Umbauten an den Schulen und eine sukzessive Verkleinerung der Außenbereiche hinzu. Zuletzt wurden die Realschule und die Gymnasien umfangreich saniert und teilweise erweitert.

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