Konzept für Grünflächen Kommt die Landesgartenschau nach Stuttgart?

Ein Blumenmeer als Besuchermagnet wie bei der Landesgartenschau 2024 in Wangen – bald auch in Stuttgart? Foto: dpa/Felix Kästle

Die Stadtverwaltung soll ein Grünflächengesamtkonzept erstellen, mit dem Ziel eine Landesgartenschau auszurichten. Der Schwerpunkt soll auf den Bezirken am Neckar liegen.

Die Reichsgartenschau 1939, Die Deutsche Gartenschau 1950, die Bundesgartenschau 1961 und 1977 sowie die Internationale Gartenschau 1993 – schon oft war Stuttgart der Ausrichtungsort groß angelegter Veranstaltungen. Aber noch nie hat in der baden-württembergischen Hauptstadt bislang eine Landesgartenschau stattgefunden. Das soll sich nach dem Willen des Bezirksbeirats Hedelfingen ändern. In einem interfraktionellen Antrag fordern die Räte ein Grünflächengesamtkonzept, das in eine Bewerbung für die Gartenschau mündet. Dabei geht der Blick auch über die Grenzen des Stadtbezirks hinaus.

 

Innerstädtische Wald- und Rebenflächen

Damit nehmen die Lokalpolitiker einen neuen Anlauf zur Umgestaltung Hedelfingens und vor allem für mehr Grünflächen im Ortskern. Bereits vor drei Jahren hatte der Bezirksbeirat zusammen mit den Kollegen aus Obertürkheim und dem Stuttgarter Hafen eine Machbarkeitsstudie für eine mögliche Überbauung der B 10 zwischen Hedelfingen und Obertürkheim beim renommierten Stuttgarter Planungsbüro str.ucture in Auftrag gegeben. Laut dem Ergebnis könnte so ein 150 Hektar großes Areal für Freizeit-, Gewerbe- und Wohnflächen entstehen. Zudem könnte so der seit vielen Jahren gehegte Wunsch, den Neckar erlebbarer zu machen, realisiert werden. Denn die als trennende „Schneise“ empfundenen Industrieanlagen im Hafen und auch die B10 würden überwunden. Allerdings gab es für das Vorhaben klare Absagen von der Stadt und dem für die Bundesstraße zuständigen Land, die kein Geld für weitere Untersuchungen bereitstellten.

Nun soll ein Grünflächengesamtkonzept den gewünschten Erfolg bringen. Denn der Stadtbezirk mit den Stadtteilen Hedelfingen, Rohracker, Lederberg und dem Stuttgarter Hafen umfasst große innerstädtische Waldflächen, naturnah bewirtschaftete Weinberge und liegt am Neckar. Zudem gibt es gleich mehrere Bachtäler (Dürrbach, Bußbach, Tiefenbach und Katzenbach), die es zu berücksichtigen gelte. Gemäß dem Motto: Nicht nur der Nesenbach in der Stuttgarter Innenstadt sollte wieder ans Tageslicht kommen und als natürlicher Lebensraum dienen. In den kommenden Jahren sollen an zahlreichen Stellen Renaturierungen, durchgängige Grünanlagen und klimagerechte Umnutzungen erfolgen, heißt es in dem Antrag. Grund genug für die Lokalpolitiker, die Stadt aufzufordern, ein Grünflächengesamtkonzept zu entwickeln. Damit aber nicht genug, schlägt der Bezirksbeirat als Ziel des Konzepts vor, dass sich die Stadt um die Ausrichtung einer Landesgartenschau bewirbt. Das könne zum Beispiel im Jahr 2038 der Fall sein. Zum einen, weil der für die Vergabe zuständige Ministerrat des Landes bereits bis 2036 die Entscheidungen getroffen hat, zum anderen um der zuweilen langsam agierenden Stadtverwaltung genügend Zeit zu geben.

Schwerpunkt auf den Stadtbezirken am Neckar

Örtlicher Schwerpunkt der Landesgartenschau sollen Hedelfingen, aber auch die angrenzenden Stadtbezirke sein. Ein besonderer Blick geht dabei auch in Richtung der Deponie Einöd. Die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) geht derzeit davon aus, dass die Deponie am östlichen Ortsrand von Hedelfingen, beinahe schon in Esslingen-Weil auf Halbhöhenlage mitten im Wald gelegen, noch rund 20 Jahre mineralische Abfallstoffe aufnehmen kann, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist. Doch was passiert danach? Laut Bezirksvorsteher Kai Freier kann sich der Bezirksbeirat vieles vorstellen, unter anderem ein Naherholungsgebiet. „Wichtig dabei ist sicher aber auch die enge Verzahnung mit den Gemeinden auf den Fildern.“

Ansonsten richtet sich der Blick eher auf die Nachbarbezirke entlang des Neckars bis nach Bad Cannstatt. Der von der Stadt propagierte „Masterplan Neckar – Stadt am Fluss“ könnte so auch noch einmal einen neuen Antrieb bekommen.

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