Konzert in Stuttgart Rock’n’Roll jetzt! So war’s beim Tourauftakt der Beatsteaks
Die Beatsteaks aus Berlin sind am Mittwoch in Stuttgart aufgetreten: Bilder, Setlist und Kritik vom Auftritt im ausverkauften LKA/Longhorn.
Die Beatsteaks aus Berlin sind am Mittwoch in Stuttgart aufgetreten: Bilder, Setlist und Kritik vom Auftritt im ausverkauften LKA/Longhorn.
Arnim Teutoburg-Weiß hat überhaupt nichts dagegen, dass es Oasis wieder gibt und dass alle deshalb irgendwie ganz aufgeregt sind. „Aber wie wär’s mit einer Band, die sich nie aufgelöst hat?“, fragt er am Mittwochabend in die Menge: „Wir haben vielleicht nicht solche Songs, aber wir sind besser live.“ Und das Konzert im ausverkauften LKA/Longhorn in Stuttgart kann das beweisen.
So geht Rock’n’Roll! Rund 100 Minuten dauert der Auftritt der Band, bei dem die Berliner weder sich noch den 1500 Fans viele Verschnaufpausen gönnen. Die Show voller Mitschrei-Hymnen ist grandios mit Punk, Alternative-Rock, Powerpop und ein bisschen Reggae aufgeladen, mit Ratatatata-Gitarren und einem tief in den Magen fahrenden Bassläufen, mit einem Beat, der meistens aufmüpfig nach vorne drängt, manchmal aber aber wunderbar hin und her hüpft.
Sänger Teutoburg-Weiß, die Gitarristen Peter Baumann und Bernd Kurtzke, Bassist Torsten Scholz und Schlagzeuger Thomas Götz wirken dabei wie die netten Punkrock-Jungs von nebenan, denen man nicht wirklich ansieht, dass sie schon seit fast 30 Jahren bei ihren Auftritten vorführen, worauf es bei Konzerten wirklich ankommt. Sie spielen sich an diesem Abend mit einer dermaßen intensiven Direktheit durch zwei Dutzend Songs, dass all die Stadionspektakel, mit denen einen Superstars in letzter Zeit das Geld aus der Tasche gezogen haben, wie Konzerte zweiter Klasse wirken.
Der Auftritt in Stuttgart, der schon am 24. Juni stattfinden sollte, aber krankheitsbedingt verschoben werden musste, ist die erste Show in Deutschland der weitgehend ausverkauften Tour der Beatsteaks, die am 5. Oktober in Hamburg zu Ende geht. Die Band spielt sich im LKA/Longhorn querbeet durch ihr Repertoire und das Publikum mit einer atemlosen Show schwindelig und heiser. Neue Stücke wie der rasante „Against All Logic“ oder das twistende „Detractors“ begeistern da genauso wie im Zugabenteil der Klassiker „Hand in Hand“ und das wunderbare Stereolab-Cover „French Disko“.
Tatsächlich sind alle Beatsteaks-Songs live stets noch besser als auf Platte. Zwischendurch verarbeiten sie auch mal Falcos „Jeannie“, „Kiss“ von Prince oder „I’m Not In Love“ von 10cc. Und trotz der Tour-de-Force, die er sich abverlangt, kein bisschen erschöpft wirkend, verabschiedet sich Teutoburg-Weiß vom Stuttgarter Publikum mit der Ermahnung: „Bleibt geil!“
Alle, die es nicht geschafft haben, für die aktuelle Tour der Beatsteaks Tickets zu bekommen, erhalten im kommenden Jahr eine neue Chance. Am 18. Juni werden die Beatsteaks erneut in Stuttgart auftreten, dann auf der Freilichtbühne Killesberg. Gerade wurden die Termine bekannt gegeben. Der Vorverkauf startet am Freitag, 20. September, um 9 Uhr zunächst exklusiv im bandeigenen Shop beatstuff.de. Die Termine: