Konzert im Merlin So war’s beim Tourfinale von Jiska in Stuttgart
Fluffiger Pop und eine Überdosis Glücksgefühle: Die Stuttgarter Songwriterin Jiska ist beim Finale ihrer ersten eigenen Tour zu Hause im Merlin aufgetreten.
Fluffiger Pop und eine Überdosis Glücksgefühle: Die Stuttgarter Songwriterin Jiska ist beim Finale ihrer ersten eigenen Tour zu Hause im Merlin aufgetreten.
Wenn wir es nicht besser wüssten, würden wir uns fragen, auf welchen Drogen Jana Franziska Binder ist: Beim Konzert am Samstagabend im randvoll mit Menschen vollgestopften Merlin lächelt die Frau, die sich Jiska nennt, jedenfalls durch ihr komplettes Konzertprogramm, kann beim Finale ihrer ersten eigenen Tour gar nicht aufhören zu grinsen. Sie freut sich riesig über jeden Applaus, über jedes Gitarrensolo ihres Bruders Tom, über den kleinen Merchandise-Werbeblock, den ihr Songwritingpartner und Produzent Kilian Mohns beisteuert. Und sie kann ihr Glück kaum fassen, wenn das Publikum bei diesem Heimspiel ihre Lieder von Anfang bis Ende auswendig kann.
„Hey girl you’ve got it all figured out“, singt zum Beispiel das ganze Merlin im Chor, als Jiska im Zugabenteil mitten im Zuschauerraum steht. Unverstärkt und von Mohns an der Akustikgitarre begleitet, trägt sie dort ihren Hit „Girl Next Door“ vor. Und tatsächlich hat man bei dieser Frau den Eindruck, dass sie genau weiß, wo es lang geht. Sie verpackt Storys aus ihrem Leben in soulig-fluffigen Retropop, sie singt über Enten („At The Duck Pond“), die Hündin, die sie aus einem spanischen Tierheim adoptiert hat („Greta“), über die Freuden des Binge-Watching („Cocoon“), und davon, dass es am einfachsten ist, sich in Menschen zu verlieben, die man gar nicht kennt („Falling In Love“).
Zwischen die Songs, die vor allem von Jiskas Debütalbum „Socially Awkward“ stammen, schmuggelt sie zusammen mit ihrer vierköpfigen Band auch mal „That’s Not My Name“ von den Ting Tings und „Morning Has Broken“ von Cat Stevens. Und selbst wenn Jiska Lieder spielt, die von Depressionen („You will be okay“) oder PMS („I’m Sorry“) erzählen, kommt einem die Show wie eine Überdosis Glücksgefühle vor.