An diesem Samstag und Sonntag präsentiert die Konzertreihe Berger Kirche Beethovens neunte Sinfonie in einem ungewöhnlichen Format.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Stuttgart - Mit Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie ins neue Jahr, das passt natürlich gut. Aber in der Berger Kirche? – Auch ohne Corona-Beschränkungen passen die dazu notwendigen Musiker samt Chor nicht einmal annähernd in dieses Kleinod im Stuttgarter Osten.

Aber es geht auch etwas anders – zu erleben an diesem Samstag um 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 16.30 Uhr. Es treten auf die Sopranistin Carolina Lopez Moreno, die Mezzosopranistin Aline Quentin, der Tenor Robin Neck, der Bariton Juan Camilo Yepes, und Ella Rosenberg sowie Junyoung Kim am Klavier sowie Friederike Kienle als Dirigentin und Moderatorin.

Daran erkennt man eine Doppelfuge

„Wir machen das als Gesprächskonzert“, so Friederike Kienle, „ich erkläre, warum beispielsweise nun an genau dieser Stelle der Gesang beginnt. Oder dass nun eine Doppelfuge kommt und woran man die erkennt“. Sie ergänzt aber auch gleich: „Das wird kein Vortragsabend, sondern wir spielen sehr viel von dieser wunderbaren Musik.“ Ihr Ziel beschreibt sie so: „Man hört diese gewaltige Musik mal im kleinen Rahmen, bekommt dazu einige Erklärungen und Auflösungen. Und das soll Lust machen auf eine Aufführung im vertrauten, großen Format.“

Vor allem eine Beethoven-Dirigentin

Und die Musik kommt nicht zu kurz, denn Kienle ist studierte Cellistin, ebenso studierte Dirigentin. Viele Jahre hat sie in Japan gelebt, hat dort ein Orchester gegründet, mit dem sie schon alle Beethoven-Sinfonien eingespielt hat. Und wenn die Japaner europäische Musik mögen, dann steht Beethoven an erster Stelle. Das verpflichtet zu höchster Qualität. Und Kienle bekennt: „Ich bin vor allem eine Beethoven-Dirigentin. Andere wie Mozart oder Brahms kommen danach.“

Von Kienles Engagement profitieren die Berger Kirche und die Anwohner im größeren Umkreis nicht nur an diesem Wochenende. Eine komplette Konzertreihe hat Kienle ins Leben gerufen, die ersten Konzerte haben trotz Corona auch schon erfolgreich stattgefunden. Weitere folgen.

„Das ist schon sehr schwer, gerade jetzt eine Konzertreihe zu etablieren“, so Kienle, „das rechnet sich nicht. Aber wir alle wollen das machen. Denn diese Kirche ist ein hervorragender Ort für Kammermusik, die Akustik ist ideal“. Und was für Musiker auch sehr wichtig ist: Dort steht ein Konzertflügel zur Verfügung. Aber auch das zählt für einen Veranstaltungsort: Die Berger Kirche ist ein weithin sichtbares markantes Gebäude. Kienle: „Ich bin dort schon öfters vorbeigefahren mit dem Fahrrad auf dem Weg ins Leuze. Und auch dort im Bad hat man stets diese Kirche im Blick“.

Den Segen für ihre Aktivitäten hat sie zudem von Pfarrer Albrecht Hoch, unter anderem für dieses Gotteshaus zuständig. „Er begrüßt es sehr, wenn auf diese Weise der Stadtteil kulturell belebt wird.“

Musik aus Georgien

So geht es weiter: Musik aus Georgien steht am 20. Februar auf dem Programm. Russudan Meipariani verknüpft gekonnt Klänge aus ihrer georgischen Heimat mit der Gegenwartsmusik von hier. Diese meditative sphärische Klangwelt passt sehr gut in sakrale Räume.

Bis zum Galakonzert am 26. Juni als Abschluss dieser Konzertreihe gibt es monatlich noch weitere Konzerte mit den Schwerpunkten Cello, Klavier und Klarinette.