Konzert in der Freilichtbühne So war’s bei Angus & Julia Stone in Stuttgart
Rund 1750 Fans trotzten dem Regenwetter und kamen zum Konzert von Angus & Julia Stone in der Freilichtbühne am Killesberg.
Rund 1750 Fans trotzten dem Regenwetter und kamen zum Konzert von Angus & Julia Stone in der Freilichtbühne am Killesberg.
Das australische Geschwisterduo Angus & Julia Stone zeigt sich beeindruckt. „Wenn es in Australien so regnen würde, käme keiner zum Konzert. Ihr seid stark!“, sagt Julia Stone und lacht. Von der Bühne blickt sie auf ein Meer aus bunten Regenjacken und transparenten Regencapes. Manche Zuschauerinnen und Zuschauer tragen Gummistiefel oder haben Sitzkissen für die nassen Stühle dabei. Nach einem Tag voller Dauerregen sind die Fans vorbereitet. Das Wetter ist nicht gerade perfekt für den Saisonauftakt der Freilichtbühne, es ist „bloody cold“, sagt Julia Stone. Der Veranstalter schätzt, dass rund 15 Prozent trotz gekaufter Tickets nicht gekommen sind. Gut 1750 Besucherinnen und Besucher haben sich vom Wetter aber nicht abschrecken lassen – und ihre Entscheidung sicher nicht bereut.
„Cape Forestier“ heißt das aktuelle Album von Angus & Julia Stone, es ist das erste seit sieben Jahren. Und es ist auch das erste Mal seit sieben Jahren, dass die beiden wieder auf einer Bühne in Stuttgart stehen. Sie beginnen den Abend mit ihrem Song „Santa Monica Dream“, ein gewohnt schwelgerischer Song, bei dem die Geschwister noch ohne die Band, die gleich auf die Bühne kommen wird, sondern nur begleitet von ihren eigenen Gitarren vor den Mikrofonen stehen.
So oder so ähnlich könnte es also ausgesehen und geklungen haben, als die beiden im heimischen Wohnzimmer begonnen haben gemeinsam Musik zu machen. Diesen Eindruck möchten Angus & Julia Stone mit ihrer „The Living Room Sessions“ benannten Tour vermitteln: Die Bühne sieht aus wie ein kleines Wohnzimmer, mit alten Schränkchen, Tischen und Retro-Lampen. Gepaart mit ihrem perfekt harmonierenden Duo-Gesang sorgen sie auch in einer Location wie der Freilichtbühne für eine intime Atmosphäre.
Das Konzert wird eine Zeitreise durch die gemeinsame musikalische Vergangenheit, dabei changieren sie zwischen (Indie) Folk und Indie Rock. Für beinahe jedes Lied werden die Gitarren gewechselt, Mundharmonikas kommen zum Einsatz, Julia Stone setzt sich ab und zu ans Klavier oder spielt Trompete.
Die beiden – man ahnt es – sind in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Bevor sie ihre eigene Band gründeten, spielten sie in der von ihrem Vater geleiteten Schülerband mit. Der Vater, selbst Musiker, spielt und singt auf Hochzeiten, erzählt Julia Stone in der Freilichtbühne. Lange hätten sie gedacht, er sei eine Art Bob Dylan, bis sie herausfanden, dass die Songs, die er spielte, nicht von ihm sind. „Er ist trotzdem cool“, sagt Julia. Ihm zu ehren covern sie an diesem Abend ebenfalls ein Lied: „Flowers“ von Miley Cyrus in einer ganz eigenen melancholisch-verträumten Folk-Version. Die Stimmung in der Freilichtbühne ist trotz des zwischendurch wieder stärker werdenden Regens gut.
Die geschwisterliche Harmonie der beiden ist auf der Bühne jederzeit zu spüren und wirkt nie aufgesetzt. „Bei all dem Chaos in der Welt derzeit, sieht Julia immer noch Liebe und Hoffnung“, sagt Angus Stone. Deshalb sei es ein Geschenk gemeinsam so viel Zeit verbringen und gemeinsam Musik machen zu können.
Das große Finale bildet der Song, mit dem sie weltweit berühmt geworden sind: Big Jet Plane.
Setlist: Santa Monica Dream / Losing You / Yellow Brick Road / Nothing Else / Just a Boy / Flowers (Miley Cyrus) / Draw your Swords / Down to the Sea / Private Lawns / Bella / The Wedding Song / Love Song / For You / Chateau / Big Jet Plane / Harvest Moon