Konzert in der Porsche-Arena „Wir sind jung und machen Geld!“ So war’s bei Aymen & Amo in Stuttgart

Aymen und Amo am Donnerstagabend in der Porsche-Arena Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Aymen und Amo, zwei Senkrechtstarter der deutschen Hip-Hop-Szene, haben in der Porsche-Arena mit Gästen gefeiert. Und im April kommen sie gleich noch einmal nach Stuttgart.

Treffen sich zwei deutsche Rapper. Der eine heißt Aymen, der andere Amo. Sagt der eine: „Lass uns doch mal ein Album zusammen machen.“ Sagt der andere: „Klar.“ Wie heißt das Album? „Aymo“, natürlich.

 

Die beiden haben gemein, dass sie als die aktuellen Durchstarter in der deutschen Hip-Hop-Szene gehandelt werden. Am Donnerstagabend sind rund 5500 Fans in die Porsche-Arena gekommen, um sie auf der Bühne zu erleben. Eine Vorband gibt es nicht. Gegen 20.20 Uhr treten sie auf, ihr Publikum, ausschließlich jung, ist augenblicklich in Stimmung, kennt viele Songs, kennt viele Stichworte.

Hip-Hop-Casting-Show „Rap La Rue“

Auf der deutschen Rap-Szene erschienen Aymen und Amo fast gleichzeitig – beide wurden sie bekannt durch die Hip-Hop-Casting-Show „Rap La Rue“. Amo lieferte bislang zwei Alben ab, 2024, 2025, Aymen eines. Er wurde 2002 in Gladbeck geboren und äußerte noch im vergangenen Herbst, er möchte seine Karriere als Musiker wieder an den Nagel hängen, da er bereits genug Geld verdient hätte. Im Hip-Hop ist, wie man ja weiß, große Klappe halbe Miete. Über Amo allerdings weiß man weniger. Eigentlich nur, dass er kurdische Wurzeln hat. In die Porsche-Arena sind Aymen und Amo mit langer Setlist und einigen Gästen gekommen: Nach zwei Stunden erst geht ihr Konzert in die Zugabe.

Aymen beim Auftritt in Stuttgart Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Ihre Bühne ist schlicht, gleicht einem Baugerüst: Mehrere Ebenen, auf denen die Rapper umhergehen können, dahinter wenige Lichtelemente, die farbige Muster im Wechsel zeigen. Säulen aus Feuer und Dampf schießen schon bei den ersten Songs empor. Begleitmusiker gibt es nicht. Der Sound wird zugespielt, clever konstruierte Tracks, immer temporeich, tanzbar, flirrend von Melodien von orientalischer Anmutung. Mächtige Bässe rollen durch den Saal. Aymen und Amo spielen sich ihre Bälle zu, rappen gemeinsam die Stücke ihres gemeinsamen Albums, rappen im Solo ihre eigenen Hits, geben sich als allerbeste Kumpels – „Mein Bruderherz!“ – und lassen sich moderieren von einem Herrn in Blazer, mit Krawatte und Köfferchen, in dem ein Gerät zur Dezibel-Messung steckt. Die Porsche-Arena darf immer wieder mal kreischend beweisen, dass sie den nächsten Auftritt verdient hat.

„Wer ist der schnellste Rapper der Welt?“

Am Anfang stehen Songs des gemeinsamen Albums, sie rappen schneller und schneller – „Wer ist der schnellste Rapper der Welt?“ „Rücken an Rücken“ und „Rap aus dem Herzen“ heizen die Stimmung auf. Sehr früh auch schon „Picasso“, ein Stück, das beide schon 2024 aufnahmen, mit kryptischem Text. Überhaupt versteht den „Hinterhofjargon“, den Aymen und Amos pflegen, oft nur, wer ihn kennt und schnell genug hinhört. Zeilen wie „Generation Sylvester Stallone, trag’ ’ne Beretta mit scharfen Kanon’n“ spielen mit dem Gansta-Image. Andere Songs sind da zugänglicher. „Kurze Frage: Habt ihr irgendeine Jasmin hier?“, ruft Aymen, und die Halle jubelt, als würden alle Frauen diesen Namen tragen. „Alle wissen, deine Schönheit ist echt“, schwärmt er. Amo dagegen gibt einer gewissen Veronika eine Absage.

Amo beim Auftritt in Stuttgart Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Die ersten Gäste auf der Bühne sind die Frankfurter Rapper Celo und Abdi, sonnenbebrillt in Schwarz, mit Texten, die vom Drogenmilieu erzählen, vom „Besuchstag“, im Gefängnis. Später dann wird Nimo aus Karlsruhe dezibelstark herbeigejubelt, ein Rapper, der, im Vergleich zu Aymen und Amo, fast schon wie ein Veteran wirkt und der lange bleibt. Gemeinsam mit Aymo feuert er ein schnelles wildes Stück ab, das den Saal erbeben lässt und vielleicht als Motto des Abends taugt: „Wir sind jung und machen Geld“.

Aymen & Amo: Weiteres Konzert in Stuttgart

Nimo taucht auch in der Zugabe nochmals auf. Ganz zuletzt, nach vielen scharfen Silben, harten Sprüchen, launischen Tänzen, verabschieden sich Aymen und Amo mit ihren Hit vom letzten Jahr, feiern Luxus, Platinuhren, den gehobenen Hip-Hop-Lifestyle mit „Capri Sun“: „Wir machen Money, Bro, Baby“.

Aymen & Amo kommen in diesem Jahr im Rahmen ihrer „AYMO“-Tour noch einmal nach Stuttgart: Am 26. April treten sie in der Schleyerhalle auf. Tickets gibt es hier.

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