Konzert in der Schleyerhalle Britney Spears der Gen Z: So war’s bei Tate McRae in Stuttgart
Tate McRae hat in Stuttgart das erste Deutschlandkonzert ihrer „Miss Possessive“-Tour gegeben: Bilder, Setlist und Kritik vom Auftritt in der Schleyerhalle.
Tate McRae hat in Stuttgart das erste Deutschlandkonzert ihrer „Miss Possessive“-Tour gegeben: Bilder, Setlist und Kritik vom Auftritt in der Schleyerhalle.
Mal räkelt sie sich in puffrotes Licht getunkt zu der schwülen R&B-Ballade „Uh Oh“ genüsslich an einer Poledance-Stange entlang. Mal verrät sie zu den herrlich verknoteten Grooves von „Sports Car“ in PS-Metaphern verpackt ihre erotischen Fantasien. Mal werden ihre Tänzerinnen und Tänzer zu den Stars einer Striptease-Revue und versuchen die Frau am Mikrofon aus der Fassung zu bringen, die gerade ein Lied über einen lila Spitzen-BH singt. Mal tönen zu einem Dance-Intermezzo Sexstorys aus den Boxen. Und wenn Tate McRae nicht gerade in knappen Catsuits, edler Unterwäsche oder sexy Sportswear über die Bühne tanzt, wälzt sich eine XXXL-Version ihrer selbst lasziv über die Videoleinwände.
Selten geht es an diesem Dienstagabend in Stuttgart nicht um Sex. Kanadas Superstar Tate McRae will bei ihrer ersten Deutschlandshow im Rahmen der „Miss Possessive“-Tour offenbar beweisen, dass sie erwachsen geworden ist. Die 21-Jährige hat für das Konzert in der ausverkauften Schleyerhalle die Bühne leer räumen und eine zweite Ebene einbauen lassen, damit sie sich zusammen mit ihren Tänzerinnen und Tänzern austoben kann. Es gibt dort sonst nur noch Platz für einen Schlagzeuger und einen Gitarristen, die vom Rand der Bühne aus ihre Instrumente bedienen.
Zwischen vor allem tänzerisch großartig in Szene gesetzten Songs wie „Siren Sounds“ oder „Bloodonmyhands“ gönnt die Frau, die einst einen zweiwöchigen Intensivkurs am Berliner Staatsballett absolviert hat, sich und ihrem Publikum selten eine Atempause, ruft aber immer mal wieder etwas, das wie „Schdugard“ klingt.
Nur für eine Viertelstunde wird Tate McRae auch mal die Romantikerin spielen, hüllt sich ausnahmsweise in ein Oversize-Kleid, singt sich auf einer Hebebühne, die sich im hinteren Teil der Halle befindet, durch ein kleines Balladenprogramm mit Songs wie „Greenlight“ oder „Nostalgia“ und empfiehlt den Menschen im Publikum, jeden Moment intensiv zu genießen, weil das Leben schneller vorbei sei, als man blinzeln kann.
Ein bisschen nostalgisch kann man tatsächlich werden, wenn sie sich ans Klavier setzt und daran erinnert, wie ihre Karriere als Teenie begann: als sie noch nicht als die Gen-Z-Version Britney Spears’ über die Bühne hüpfte, sondern als Kanadas Antwort auf Billie Eilish galt. Zwar hat sie den Song „Tear Myself Apart“ , an dem tatsächlich Eilish und Finneas beteiligt waren, am Dienstag nicht im Programm, aber frühe Lieder wie „My Way“ und „Chaotic“, durch die eine von Unsicherheiten und Selbstzweifeln geplagte Pubertierende schimmert, sowie „One Day“, ein Lied, das sie schrieb, als sie 13 war, beeindrucken an diesem Abend dann doch fast mehr als all die wild aufstampfenden R&B-Nummern, all die mit Breakbeats verzierten Pophits und all die sexy Kostümierungen, in denen Tate McRae die Erwachsene mimt.
Termine Im Rahmen ihrer „Miss Possessive“-Tournee tritt Tate McRae im Juni noch mehrmals in Deutschland auf. Weitere Konzerte finden statt: am 3. Juni in Hamburg (Barclays Arena), am 4. Juni in Berlin (Uber Arena), am 11. Juni in München (Olympiahalle) und am 16. Juni in Köln (Lanxess Arena). Tickets für alle Konzerte gibt es hier.