Konzert in der Schleyerhalle Nostalgie und große Gesten: So war’s bei Bushido in Stuttgart
Der Rapper Bushido bespielt am Samstagabend die ausverkaufte Schleyerhalle vor 12 000 Fans. Bilder, Kritik und Setlist von der über zweistündigen Show.
Der Rapper Bushido bespielt am Samstagabend die ausverkaufte Schleyerhalle vor 12 000 Fans. Bilder, Kritik und Setlist von der über zweistündigen Show.
Mit Alpha-Mann Rhetorik und großen Gesten rappt oder besser redet sich Bushido am Samstagabend durch sein über zweistündiges Konzert in der Stuttgarter Schleyerhalle. 12.000 Fans sind zur ausverkauften Show der Abschiedstour „Alles wird gut“ des Berliner Gangsta-Rappers gekommen.
Ob es wirklich die letzte Tour des 47-Jährigen ist? Klar ist jedenfalls, dass Anis Mohamed Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, bereits am 12. März wieder in Stuttgart zu sehen sein wird, wieder in der Schleyerhalle, zum großen Tourfinale. Der böse Bube mit vermeintlich weichem Kern und ausgeprägter Imagepflege wird der Öffentlichkeit so oder so erhalten bleiben, zum Beispiel wenn er im Frühjahr als Jurymitglied von „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen ist. Im Februar erscheint außerdem ein neues Album.
Andere Dinge, vor allem die Familie, haben aber mittlerweile Vorrang in seinem Leben, sagte Bushido erst kürzlich wieder in einem Interview. Und so hat er auch beim Stuttgart-Konzert seine sieben Kinder plus Ehefrau, Tante und Schwiegermutter dabei. Ein Sohn reist demnächst noch nach.
Die Show beginnt mit bunten kreisenden Lichtern pünktlich um 20.15 Uhr. In einem Einspieler wird von der Geschichte des Deutschrap erzählt, von der Zeit, als Bushido beim Label Aggro Berlin war. Es folgen Stücke aus 30 Jahren Musiker-Karriere. Zwei DJs lassen den Sound vom Band laufen, ein zweiter Rapper begleitet ihn bei den Versen zu Songs wie „Wenn wir kommen“.
Kraftausdrücke und Gewalt sind in diesen Texten die Regel, das Wort schwul wird als Beleidigung verwendet und Frauen als Huren und Bitches bezeichnet. Auch einen seiner DJs nennt er am Abend Homo, er solle sich mal die Frisur machen, um später, vielleicht zur Schadensbegrenzung, einen Song mit ihm zu rappen.
Das Konzert hat einige Längen und ist manchmal auch langweilig. Bushido steht oft am Bühnenrand, raunt ins Mikrophon. Nach beinahe jedem Song kommt es zu einer Pause, der Rapper gerät ins Quatschen. Drei Mal unterbricht Bushido für Sanitätereinsätze, ist seinem Publikum besonders zugewandt, etwas zu bemüht. Die richtig große Stimmung mag auch nicht aufkommen. Bushidos Witze gehen nicht auf, da helfen auch die unter der Gürtellinie nicht. Fängt er vom VfB an, gibt es Buh-Rufe, sodass er erklärt, dass er über Sport, Politik und Religion gar nicht erst reden wolle.
Der Höhepunkt ist der Auftritt eines Fans, den Bushido zu sich auf die Bühne holt. Der 33-jährige Markus aus Göppingen darf den Song „Sonnenbank Flavour“ mitrappen und - liefert ab. Das Publikum fordert eine Zugabe und auch der Künstler selbst ist beeindruckt und lässt seinen Fan gleich den folgenden Track „Von der Skyline zum Bordstein zurück“ noch mitsingen.
Zur Zugabe holt Bushido seine elfjährige Tochter Laila zu sich, die schon etwas müde wirkt, und singt das Stück „Papa“, in dem es um seine kontroverse Karriere, seine vergangenen Fehler und die Bedeutung seiner Familie geht. Damals und heute sind dann wohl doch zwei Paar Stiefel.
Setlist
Zugabe