30 Jahre nach der Wiedereröffnung feiert der Kellerclub in der Esslinger Webergasse mit hochkarätigen Konzerten Jubiläum.

Die Geschichte des Esslinger Jazzkellers reicht bis in die frühen 50er-Jahre zurück. Damals trafen sich im Gewölbekeller unter Gustav Hutters Bäckerei Jazz-Enthusiasten, um ihre Lieblingsmusik zu leben. Und es dauerte nicht lange, bis die Webergasse 22 zu einer der heißesten Adressen für Freunde dieser Musik wurde. Doch im September 1971 war’s erst einmal vorbei. Der Jazzkeller musste schließen, weil die städtischen Auflagen nicht mehr zu erfüllen waren. Erst 24 Jahre später feierte der Kellerclub sein Comeback. 30 Jahre sind seither vergangen, und der Jazzkeller ist längst wieder zum Markenzeichen geworden. Mit hochkarätigen Konzerten feiern die heutigen Macherinnen und Macher ihr Jubiläumsjahr. Diesen Freitag startet der zweite Teil des Programmreigens.

 

Wer in den Annalen des Jazzkellers blättert, kann vielen großen Namen begegnen: Internationale Stars wie Don Cherry, Benny Bailey, Ben Webster, Lee Konitz oder Benny Waters fühlten sich in der Webergasse 22 wie zuhause, große Karrieren wie die von Wolfgang Dauner, Eberhard Weber oder den Mangelsdorff-Brüdern Emil und Albert nahmen dort ihren Anfang. Und auch heute schätzen wieder viele namhafte Musikerinnen und Musiker die ganz besondere Atmosphäre im legendären Kellerclub inmitten der Altstadt. Möglich macht das eine eigens gegründete Veranstaltergemeinschaft, die mit großem Enthusiasmus und musikalischem Gespür die Fäden zieht.

Am Freitag tritt das Lori Williams 6tet auf

Zehn bis zwölf Konzerte präsentiert der Jazzkeller jedes Jahr. „Der Schwerpunkt unserer Programmgestaltung liegt auf dem Musikstil Modern Jazz, wobei die Verbindung zur Jazztradition gepflegt wird durch zeitgenössische Interpretationen von Standards und neuen Impulsen durch Eigenkompositionen“, erklären die Macherinnen und Macher. „In unseren Konzerten präsentieren wir national und international bedeutende Jazzmusikerinnen und -musiker, die auf qualitativ höchstem Niveau spielen, wie auch die sehr lange Liste von weltweit bekannten Interpreten zeigt, die im Esslinger Jazzkeller bereits aufgetreten sind und auch sehr gerne an diesen magischen Ort zurückkehren.“

Das Jubiläumsjahr wird mit hochkarätigen Gästen, langjährigen Weggefährten und auch zwei jungen Bands aus Esslingen gefeiert. An diesem Freitag, 26. September, geht das Jubiläumsprogramm um 20.30 Uhr mit dem „Lori Williams 6tet“ in die nächste Runde. Bernhard Wiesinger (Tenorsaxofon), Christian Havel (Gitarre), Renato Chicco (Piano), Milan Nikolić (Bass) und Joris Dudli (Schlagzeug) waren im Jazzkeller schon häufiger zu hören. Im Jazzkeller stehen sie zusammen mit der charismatischen US-Sängerin Lori Williams auf der Bühne. „Aus Gospel, Blues und Jazz formte sie ihre ausstrahlende Präsenz auf der Bühne mit unverwechselbarer, aus der Tiefe dieser Traditionen kommenden Stimme“, verraten die Veranstalter, die den Sound dieser Formation als „Beispiel der gelungenen Verbindung europäisch-amerikanischer Zusammenarbeit, in der melodische Raffinesse und swingende Rhythmen eine wunderbare Einheit bilden“, charakterisieren.

Und auch die weiteren Konzerte im Jubiläumsprogramm „30 Jahre Jazzkeller“ haben es in sich. Das Enrico Pieranunzi Trio wird am 10. Oktober kommen, das Aaron Goldberg Trio folgt am 14. November. Benjamin Friesinger und Lars Krech sind mit ihrem Quartett am 28. November zu Gast, die Tineke Postma Group spielt am 12. Dezember in der Webergasse 22. Und zum Finale wollen Brad Leali und Claus Raible mit ihrem Quintett am 19. Dezember einen fulminanten Schlussakkord setzen.