Konzert in Fellbach Anne Haigis: Rauchzarte Rock-Röhre im Gewölbekeller
Die Sängerin, die lange Zeit in Stuttgart gelebt hat und zu einer deutschen Musikgröße avancierte, gastiert an diesem Freitag beim Kunstverein in Fellbach.
Die Sängerin, die lange Zeit in Stuttgart gelebt hat und zu einer deutschen Musikgröße avancierte, gastiert an diesem Freitag beim Kunstverein in Fellbach.
Seit viereinhalb Jahrzehnten steht sie auf den Bühnen der Republik, ihre erste Platte erschien 1981, mittlerweile kann sie nachweislich der Wikipedia-Diskografie 19 Studio- und Live-Alben vorweisen. Die ganz große kommerzielle Karriere blieb ihr zwar verwehrt. Doch mit ihrer phänomenalen, voluminösen Stimme gehört sie zu den prägnantesten Sängerinnen in Deutschland.
Jetzt kommt Rock-Röhre Anne Haigis nach Fellbach (Rems-Murr-Kreis): An diesem Freitag, 17. April, gastiert sie beim Kunstverein. Der Abend steht unter dem Motto „RauchZart“, mit den Attributen „ungebändigt – ungekünstelt – unaufhaltsam – wahrhaftig“.
Die schwäbische Herkunft kann man bei der am 9. Dezember 1955 in Rottweil am Neckar geborenen Anne Haigis leicht heraushören, wenn sie auf der Bühne über ihr Leben plaudert. Und womöglich wird sie auch in Fellbach zwischen den Liedern ein paar Anekdoten von den Auftritten im Theaterhaus oder aus der legendären Wohngemeinschaft in der Reinsburgstraße 160 im Stuttgarter Westen preisgeben.
Zu vielen Songs legt die Künstlerin die Hintergründe offen. In „Um dich doch zu bewahr’n“ erzählt sie die ganz persönliche Geschichte über und mit ihrem Entdecker und Förderer, dem im Januar 2020 verstorbenen Ausnahmemusiker und Jazzpianisten Wolfgang Dauner.
Herausragende Rockkünstler wie Melissa Etheridge, Eric Burdon, Nils Lofgren, Tony Carey, Edo Zanki, Wolf Maahn oder auch die „Harlem Gospel Singers“ gehören zu ihren Weggefährten. Mühelos schlägt sie ansonsten Brücken von US-Southern Rock über Blues bis hin zu Gospel & Folk.
Doch, so Anne Haigis: „Es wird auch viel Deutschsprachiges zu hören sein, zum Beispiel mein erster Hit ,Freundin’, den ich damals überhaupt nicht mochte. Zumal er mich in die ZDF-Hitparade katapultierte, was für mich, die Rockröhre, eine absolute Schmach darstellte.“ Heute hat sie Frieden mit dem Song geschlossen. Weiß sie doch, dass in den 80ern gerade dieses Lied zur ausgelassenen Freundinnen-Hymne avancierte.
Das Konzert im Kunstverein Fellbach, Cannstatter Straße 9, beginnt um 20 Uhr. Karten im Vorverkauf zu 23 Euro gibt es beim i-Punkt im Rathaus Fellbach, bei Bücher Lack in Fellbach sowie zu 26 Euro an der Abendkasse.