Lazaro Numa lässt die Trompete kreischen, während Ollie McGill das Keyboard für den Groove antreibt und Frontmann Felix Riebl kapert mit trockenem Sprechgesang und dem Rest der neunköpfigen Formation zum ersten Stück „Blood on the Stage“ die Bühne. Einfach so, als gäbe es kein Morgen, als würde nur heute zählen, der Moment, der Abend, an dem rund 1900 Gäste in die Wagenhallen gekommen sind, um die australischen Jazz-Funkgrößen zu feiern, die mit ihrem Bläsersound vor allem eines schaffen – gute Laune verbreiten. Wer die Band im letzten Jahr bei den Jazz Open verpasst hat, bekam am Montagabend nochmal die Gelegenheit.
„Bird in Paradise“ ist das zehnte Album von The Cat Empire und hat, nicht zuletzt den Bandneuzugängen geschuldet (Grace Barbé am Bass und Gesang, Neda Rahmani am Schlagzeug, Daniel Farrugia am Schlagzeug und Lazaro Numa an der Trompete und am Schlagzeug), unter anderem Flamenco und karibische Rhythmen mit an Bord, darunter etwa den Buena Vista Social Club-Hit „Candela“.
1900 Gäste in den Wagenhallen
Dazu kommt zum gut zweistündigen Konzert ihre altbekannte Dynamik aus Ska, Jazz, Funk und Hip-Hop, die das Erlebnis von The Cat Empire so besonders macht. Im Vorprogramm konnte schon mit ähnlichem Arrangement die Chicagoer „Low Down Brass Band“ punkten, und wird sich später beim Cat Empire-Hit „Hello“ zusammen auf der Bühne nochmal erkenntlich zeigen.
Lazaro Numa gibt einen Mini-Spanischkurs und wenn Felix Riebl nicht gerade zwischen den Instrumenten hin und her wirbelt, erzählt er auf Deutsch zum Beispiel von australischen Rugby-Bräuchen. Wie eine Voodoo-Priesterin streicht Neda Rahmani über die Percussions, und immer wieder freut man sich, wenn Grace Barbé aus dem Hintergrund nach vorne kommt und vom Bass in den Gesang wechselt.
Hippie-Party mit Mini-Spanischkurs
Es wird getanzt und gehüpft, wie auf einer großen Hippie-Party, bei der die Freude an der Musik und am Ausgelassen sein überwiegen. „Music is the Language of the Soul“ ruft Felix Riebl und irgendwann werden die Virtuosen an Schlagzeug und Piano noch tätig und verwandeln den Raum in einen diffusen Jazz-Keller. Im Finale vereinen The Cat Empire, die sich 1999 in Melbourne gegründet haben, ihre größten Hits zum Medley und mit Brass im Ohr und erhöhtem Puls verlässt man den Ort noch vor Mitternacht, um die Ladung Energie vielleicht noch eine Weile in die Woche mitzunehmen.
The Cat Empire: Setlist in Stuttgart
- Blood on the Stage
- How to Explain?
- Oscar Wilde
- Prophets in the Sky
- Candela
- Brighter Than Gold
- Devil
- Song for Elias
- Two Shoes
- Going to Live
- Hello
- Sly
- Owl
- Rock’n’Roll
- Steal the Light
- Zugaben:
- Still Young
- Fishies / Days Like These / Saltwater / One Four Five / So Many Nights / Thunder Rumbles / The Darkness / The Rhythm / In My Pocket / The Wine Song
- The Chariot