Konzert in Stuttgart So war’s bei Von Wegen Lisbeth im Wizemann

Matthias Rohde und seine Band Von Wegen Lisbeth (hier beim Highfield Festival im August) sind in Stuttgart aufgetreten. Weil das Management der Band verlangte, dass wir ihm vor der Veröffentlichung die Fotos vorlegen, haben wir beim Konzert im Wizemann darauf verzichtet, zu fotografieren. Foto: IMAGO/Christian Grube

Montagabend tanzen? Das geht mit der Berliner Band Von Wegen Lisbeth. Unsere Kritik vom Konzert in Stuttgart im Wizemann.

Digital Desk: Katrin Maier-Sohn (kms)

Elon Musk kommt nicht ins Berghain“ – so heißt es in einem Song der Band Von Wegen Lisbeth. Ins Wizemann will er wohl nicht. Dafür zieht es viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter an diesem Abend in die Eventlocation, um die Berliner Indie-Pop-Band live zu erleben.

 

In Zeiten, in denen sich Künstlerinnen und Künstler ständig neu erfinden müssen, um relevant zu bleiben, wirkt die Band fast schon erfrischend konstant. Seit über zehn Jahren stehen Von Wegen Lisbeth für ironische Texte, den experimentellen Einsatz von Instrumenten und eine Mischung aus elektronischen und traditionellen Indie-Pop-Elementen.

Fast schon vorhersehbar, könnte man meinen, wird da der Auftritt im Wizemann. Doch als der Montagabend dann da ist und die Band um 21 Uhr die Bühne betritt, ist vorhersehbar eindeutig das falsche Wort, um die losgelöste und energiegeladene Stimmung im Saal zu beschreiben.

Das Konzert im Wizemann ist ausverkauft

Das Konzert im Rahmen der Supercolor Tour ist ausverkauft. Der Saal ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt, die Zuhörer sind mittlerweile eher Mitte 30, eben mit der Band gealtert. Los geht es mit dem Lied „Westkreuz“ und alle singen mit: „Doch der Fahrstuhl am Westkreuz riecht noch immer nach Pisse. Und du weißt nicht, wie doll ich dich vermisse“. Über der Band schwebt eine silber-metallische Kugel. Ein bisschen wie ein Mond oder wie ein runder Spiegel, der die Lichter auf der Bühne reflektiert.

Alltägliche Beobachtungen und ironische Gesellschaftskritik gepaart mit einem guten Sound – das liefern Matthias Rohde als Sänger und Gitarrist, Julian Hölting am Bass, Robert Tischer für Synthesizer und Percussion, Dominik Zschäbitz an der Gitarre und Julian Zschäbitz am Schlagzeug.

Die Musiker sind seit der Schulzeit befreundet, gründeten ihre Band angeblich, als in der siebten Klasse eine Sportstunde entfiel. Die erste EP der Band „Und plötzlich der Lachs“ erschien 2014. Für den 12. Dezember 2025 ist das neue Album „Strandbad Eldena“ angekündigt, aus dem sie bereits erste Songs wie „Mars“ und „Madame Tussauds“ performen.

Das Publikum tanzt ausgelassen zu Songs wie „Elon“ oder „Wieso“

Am besten kommen dann aber doch die älteren und bekannteren Songs an. Beim 2019 veröffentlichten Lied „Wieso“ bildet sich schließlich ein Kreis im Publikum und der Moshpit bleibt auch beim nächsten Song „Bitch“ bestehen, den die Band eigentlich aufgrund des Titels nicht mehr spielen will, es dann aber doch tut.

Glockenspiele, ein Saxophon und 8-Bit-Klänge – die Band fährt in gewohnter Weise verschiedene Instrumente auf, wechselt schnell von einem Song zum nächsten, verliert aber nie ihre Lässigkeit. Nach zwei Stunden erreicht das Publikum sein Stimmungshoch. Als die Fünf ihre Zugabe „Elon“ spielen, gehen die Menschen erst in die Hocke und springen dann zu den Zeilen „Elon Musk kommt nicht ins Berghain“ hoch. Der letzte Song „Wenn du tanzt“ lässt schließlich auch den letzten im Saal die Hüfte schwingen und der Montagabend fühlt sich auf einmal wie ein Freitag an.

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