Weil im Schönbuch - Es war ein seltenes Ereignis dieser Tage, aber eines, das rundum begeisterte. Beim Adventskonzert in der Martinskirche von Weil im Schönbuch sorgte am Samstagabend das Junge Streichorchester für wahre Jubelstürme beim Publikum. Dass die 20 Mitwirkenden wegen der Corona-Lockdowns und -Beschränkungen seit zwei Jahren nicht mehr in großer Besetzung vor Publikum aufgetreten waren und kaum gemeinsam üben durften, merkte man nicht. Im Gegenteil: „Sie sind sogar noch besser geworden“, freuten sich ehemalige Ensemblemitglieder unter den fast 200 unter Corona-Bedingungen erlaubten Zuhörern.
Ein Special Guest aus Zwickau
Mit Spielfreude vom Feinsten überzeugte beim Konzert D-Moll von Johann Sebastian Bach nicht nur Kathrin Burkowitz. Die Soloviolinistin, einst ebenfalls Mitglied beim Jungen Streichorchester Weil im Schönbuch, war eigens aus Zwickau angereist, um endlich wieder vor heimischem Publikum spielen zu können. Jede Menge Beifall belohnte allein schon ihren Part, bevor sich die Musikerinnen und Musiker unter der engagierten und bewährten Leitung von Erich Scheungraber dem Streichquartett Nr. 2 des minimalistschen US-amerikanischen Komponisten Philip Glass zuwandten.
Keine Zugabe – wegen der Pandemie
Nachdem der letzte Ton auch des Concerto G-Moll von Arcangelo Corelli verklungen war, erfüllte endgültig tosender, minutenlanger Applaus das altehrwürdige Kirchenschiff. Eine Zugabe, die in normalen Zeiten an dieser Stelle sicher selbstverständlich gewesen wäre, gab’s am Ende des straffen 45-Minuten-Programms ohne Pause aus gründen des Pandemieschutzes diesmal allerdings nicht. Einig sind sich alle Beteiligten aber sicher darin, dass sie jetzt nicht wieder zwei Jahre warten wollen, bis sie spielen dürfen oder solch einen musikalischen Ohrenschmaus in der Weiler Martinskirche erleben.